Zentrale Projekte vor Ort nach vorne bringen
Die Jahreshauptversammlung des CDU-Ortsverbandes Appelhülsen fand in diesem Jahr im Reiterstübchen des Reitvereins statt – und damit in unmittelbarer Nähe zu einem der Themen, die die Mitglieder aktuell beschäftigen: dem geplanten Wohngebiet Heitbrink II. Hierzu hatte sich der Ortsverband bereits im Vorfeld der Sitzung mit dem Verein ausgetauscht und dabei betont, dass die Planungen so erfolgen sollen, dass der Vereinsbetrieb mit Veranstaltungen und Trainingszeiten nicht beeinträchtigt wird.
Freuen sich über 40 Jahre CDU-Mitgliedsschaft: Jubilar Hartmut Rulle (links) und Mitgliederbeauftragter Heinz Mentrup.Zu Beginn der Versammlung blickte der Vorsitzende Markus Böker auf die Kommunalwahl 2025 zurück. Das Ergebnis wird im Ortsverband als Bestätigung der bisherigen Arbeit gesehen – zugleich aber auch als Verpflichtung und Vertrauensvorschuss, zentrale Projekte verlässlich weiterzuführen und endlich konkret umzusetzen bzw. abzuschließen. Die Renaturierung der Stever, die Schaffung neuer Wohngebiete, ein Dorfinnenentwicklungskonzept (DIEK) für Appelhülsen, die Neugestaltung der Bahnhofstraße im Zuge der Bahnunterführung sind solche wichtigen konkreten Projekte, die den Alltag der Menschen in Appelhülsen betreffen.
Mit Blick auf die Bahnunterführung wurde auch an den verstorbenen Landtagsabgeordneten Dietmar Panske erinnert. Seinem großen Einsatz mit regelmäßigen von ihm einberufenen Gesprächsrunden sei es zu verdanken, dass Bahn und Straßen.NRW die Planungen nach Jahrzehnten endlich über die Zielgrade gebracht haben. Für diese engmaschige Begleitung sei man ihm zu großem Dank verpflichtet.
Aus dem Kreistag berichtete Dr. Julian Allendorf – und auch hier ging es um ein Bahnthema, das viele Bürgerinnen und Bürger direkt betrifft: die Unzuverlässigkeit der Bahnlinie RE 42. Verspätungen und Ausfälle sind für Pendler längst Alltag. Entsprechend deutlich ist die Forderung: Die Bahn muss verlässlicher werden und Fahrplan und Betriebsabläufe stabilisieren – und der zuständige Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) stärker eingreifen. Entsprechende CDU-Anträge sollen im Juni beraten werden.
In der Aussprache wurde deutlich, dass die Mitglieder insbesondere beim Thema Ortsentwicklung weiteren Handlungsbedarf sehen. Gefordert werden umfassende Dorfinnenentwicklungskonzepte für alle Ortsteile. Eine unkonkrete „Dorfwerkstatt“ reiche nicht aus. Gleichzeitig wurde die Prioritätensetzung in der Gemeinde kritisch diskutiert. Mehrere Mitglieder sprachen sich dagegen aus, ein Bürgerforum am Kastanienplatz in Nottuln voranzutreiben, solange grundlegende Fragen – etwa zu Lärm und Stellplätzen – nicht gelöst sind und wichtige Maßnahmen in den Ortsteilen sowie im Schulbereich noch ausstehen.
Stattdessen wurde angeregt, bestehende Einrichtungen wie Mensa und Forum am Gymnasium weiterzuentwickeln, um dort die gewünschten Örtlichkeiten für Vereine zu schaffen. Darüber hinaus sehen die Mitglieder den Schwerpunkt der weiteren Arbeit insbesondere in Projekten wie dem Gewerbegebiet Beisenbusch III sowie der Schaffung neuer Wohngebiete in allen Ortsteilen.
Ein besonderer Höhepunkt der Versammlung war die Ehrung von Hartmut Rulle für 40 Jahre Mitgliedschaft in der CDU. Mitgliederbeauftragter Heinz Mentrup würdigte das langjährige Engagement des stellvertretenden Bürgermeisters und ehemaligen Fraktionsvorsitzenden. Rulle, ehemaliger Kriminalbeamter, nannte die Innere Sicherheit als einen seiner Beweggründe für den damaligen Schritt: „Die ist nur bei der CDU gut aufgehoben“. Der Ortsverband dankte ihm mit Urkunde, Ehrennadel und einem Präsent für seinen kontinuierlichen Einsatz über Jahrzehnte.
Zum Abschluss der Versammlung wurde deutlich, dass die Diskussionen im Ortsverband stark von den praktischen Erfahrungen vor Ort geprägt sind. Diese Perspektiven sollen auch weiterhin in die kommunalpolitische Arbeit eingebracht werden, um so die anstehenden Entscheidungen pragmatisch zum Wohle des Ortsteils Appelhülsen und der ganzen Gemeinde auszugestalten.