Nottuln - Mit einer kämpferischen Rede und einer kleinen Prise Spott hat der Nottulner CDU-Ortsvorsitzende Georg Schulze Bisping die Mitglieder auf das Wahljahr eingestimmt. Spott klang beispielsweise durch, als er in der Versammlung am Donnerstag das Thema Umgehungsstraße ansprach. Einem Bürgermeisterkandidaten Raphael van der Poel müsse man nicht erst erklären, was ein Planfeststellungsverfahren bedeutet, verwies Schulze Bisping auf die juristische Kompetenz van der Poels. Der Vorsitzende kritisierte die Bemühungen einiger, die den Eindruck erwecken wollten, die Politik könne die Umgehung einfach per Beschluss verhindern. „Die CDU steht zu dem Umgehungsstraßenbeschluss“, sagte Schulze Bisping.

Eine Woche vor der großen CDU-Gemeindeverbandsversammlung kam nun als letzter der vier Ortsverbände die Nottulner CDU zusammen, um in der Gaststätte Kruse den Vorstand zu wählen und um die Nottulner Kandidaten für die Kommunalwahl zu benennen. Alle Personalentscheidungen fielen mit großer Einmütigkeit. Ein herausragendes Ergebnis erzielte dabei Georg Schulze Bisping selbst. Mit 100-prozentiger Zustimmung wählten ihn die 31 anwesenden und stimmberechtigten Mitglieder erneut zum Vorsitzenden.
In seinem Rechenschaftsbericht, der bereits dem laufendem Wahlkampf geschuldet war, kritisierte Schulze Bisping zum Beispiel das Verhalten der SPD, die von ihrer Zustimmung zu Appelhülsen-Nord II nichts mehr wissen wolle. Dabei habe die SPD im Wahlprogramm 1999 noch ausdrücklich erklärt, wie sehr sie sich freue, dass das alte Desiterm-Gelände als Bauland ausgewiesen werde.
Kritisch bedachte Schulze Bisping auch den Fotovoltaikpark („Das löst keine Probleme“) oder die Windkraft-Pläne des Bürgermeisters. „Wir sind gegen die weite Verspargelung unserer schönen Landschaft“, lehnte er die Vergrößerung von Vorranggebieten für Windkraftanlagen ab.
Für die weitere Entwicklung der Gemeinde hält die CDU ein Handlungskonzept 2020 für notwendig. Denn: „Wir können uns nicht von Zufallsentscheidungen leiten lassen“, sagte Schulze Bisping. Er kritisierte, dass der Bürgermeister zwar viel Geld für den Kauf eines Verwaltungsgebäudes eingeplant habe, andererseits aber kein Raum- und Nutzungskonzept für die Verwaltung vorlege. Auch für die Verwendung der Gelder aus dem Konjunkturpaket gebe es nur Ideen, aber keine Prioritätenliste, beklagte er. „Andere Kommunen sind da schon weiter.“
„Nottuln kann mehr“, diesen Slogan verwendete Schulze Bisping mehrmals in seiner Rede. Und mehr erreichen möchte die CDU insbesondere für Familien. Nottuln müsse die familienfreundlichste Gemeinde werden, gab Schulze Bisping vor. Diesem Ziel dient auch der CDU-Vorschlag, in den leer stehenden Verwaltungsräumen in der von-Aschebergschen Kurie ein „Haus der Familie“ einzurichten. Andreas Kleinmann, der das Projekt den Mitgliedern vorstellte, betonte dabei ausdrücklich, dass das „Haus der Familie“ keine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten sei. Es gehe darum, Beratungs-, Vermittlungs- und Servicefunktionen besser zu vernetzen - und dies durch eine hauptamtliche Kraft an prominenter Stelle im Nottulner Ortskern.