CDU Gemeindeverband Nottuln

Christian Schulze Pellengahr will Bürgermeister werden

Nottuln/Velen - Die CDU in der Gemeinde Nottuln verliert einen ihrer jungen Hoffnungsträger. Grund dafür ist eine überraschende Entwicklung in der Gemeinde Velen im Nachbarkreis Borken. Dort haben Partei und Ratsfraktion der CDU einstimmig den 32-jährigen Daruper Christian Schulze Pellengahr für das Bürgermeisteramt in der 12 000-Einwohner-Gemeinde vorgeschlagen. Pellengahr, in Nottuln CDU-Ratsmitglied und Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes, hat erst Anfang Juli in Velen seine Arbeit als erster Beigeordneter aufgenommen. Vorbehaltlich der Zustimmung der Velener CDU-Mitglieder, die im Oktober zur Entscheidung über ihren Bürgermeisterkandidaten zusammenkommen, wird Schulze Pellengahr also nicht den Wahlkampf in Nottuln managen, sondern seinen eigenen in Velen.
Die Velener brauchen einen neuen Bürgermeister, weil der jetzige Amtsinhaber Ralf Groß-Holtick bei der Wahl 2009 in Coesfeld für das Bürgermeisteramt kandidiert. Groß-Holtick und Schulze Pellengahr kommen trotz der erst wenige Monate dauernden Zusammenarbeit offensichtlich sehr gut miteinander aus. Der Velener Bürgermeister machte keinen Hehl aus seiner Einschätzung, dass er sich seinen jungen Beigeordneten gut als Nachfolger vorstellen könne. Das sieht auch die Velener CDU so, nach deren Angaben der Daruper „der erste Ansprechpartner“ war. „Wir wären verrückt gewesen, wenn wir ihn nicht gefragt hätten“, sagte Velens CDU-Vorsitzender Johannes Maus.


Die anderen Ratsparteien in Velen – UWG, SPD und Grüne – wollen nun versuchen, einen gemeinsamen Gegenkandidaten zu finden und zu nominieren.

Im Gespräch mit unserer Zeitung machte Schulze Pellengahr deutlich, dass ihm die Entscheidung nicht leicht gefallen sei. Eigentlich habe er nicht vorgehabt, den Schritt in die erste Reihe so schnell zu gehen, sagte Schulze Pellengahr. Nach einigen Tagen Bedenkzeit und Rücksprache mit seiner Frau Hannelore – das Ehepaar erwartet im März das erste Kind – habe er der Kandidatur aber schließlich zugestimmt. In einer E-Mail vom Wochenende, in der Schulze Pellengahr die Mandatsträger im CDU-Gemeindeverband Nottuln über die neue Entwicklung informierte, bat der Daruper um Verständnis für seine Entscheidung.

Wie es im Vorstand des CDU-Gemeindeverbandes Nottuln und in der CDU-Ratsfraktion weitergeht, ist noch offen. „Wir wollen die Dinge vernünftig regeln und werden das in aller Ruhe besprechen“, sagte Schulze Pellengahr am Montag. Sein Ratsmandat wolle er gerne bis zum Ende der Ratsperiode ausüben, aber nur, wenn die Fraktion dies auch mittrage, erklärte der Daruper. Den Vorsitz des CDU-Gemeindeverbandes dagegen will Schulze Pellengahr allerdings abgeben. In der nächsten regulären Jahreshauptversammlung soll eine Nachfolgelösung den Mitgliedern vorgestellt werden.