Nottuln. Als Kreisvorsitzender einer großen Partei wie der CDU ist man für jeden Glücksmoment dankbar. Und so einen Moment erlebte Werner Jostmeier am Donnerstagabend im Saal Denter. Denn die rund 40 anwesenden Mitglieder des CDU-Gemeindeverbands Nottuln haben beschlossen: Die CDU wird mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten (oder einer Kandidatin) bei der Kommunalwahl 2009 antreten. Der Beschluss fiel einstimmig und ohne Enthaltungen. „Ein besseres und deutlicheres Signal kann es nicht geben“, freute sich Kreisvorsitzender Jostmeier und fügte überschwänglich hinzu: „Sie haben heute die Voraussetzung geschaffen, die Wahl zu gewinnen.“

Hat einer ernsthaft daran gezweifelt, dass die Christdemokraten auf einen eigenen Kandidaten verzichten? Alle vier Ortsverbände hatten sich in den vergangenen Wochen einmütig für einen CDU-Kandidaten ausgesprochen. Christian Schulze Pellengahr, seit einem Jahr Gemeindeverbandsvorsitzender und nach wie vor einer der CDU-Politiker vor Ort, dem die Mitglieder noch viel zutrauen, sprach von einer zentralen Frage für die Partei. „Unser Gestaltungswille soll sich auch in der Führungsposition im Rathaus wiederfinden“, betonte der Daruper.
Wie wichtig ein Bürgermeisterkandidat für die Partei ist, verdeutlichte Markus Klaus von der Kommunalpolitischen Vereinigung. „Selbstverständlich braucht die CDU einen eigenen Kandidaten“, betonte der Bösenseller. Klaus wies darauf hin, dass beim nun absehbaren Wahltermin 14. Juni 2009, an dem auch die Europawahl stattfindet, es zum letzten Mal zu einer verbundenen Wahl von Bürgermeister und Gemeinderat komme. Besonderheit: Eine Stichwahl um das Bürgermeisteramt gibt es nicht mehr, die relative Mehrheit reicht.
Nach Ansicht von Markus Klaus ist 2009 eine besondere Wahl zu erwarten, weil sowohl die Linke als auch rechte Gruppen versuchen werden, in die Stadt- und Gemeinderäte sowie in die Kreistage zu kommen.
Ein eigener Bürgermeisterkandidat als Spitzenkandidat und Sprachrohr seiner Partei sei unglaublich wichtig. Markus Klaus empfahl den Nottulner Parteifreunden, bei der Auswahl auf Alleinstellungsmerkmale zu achten, um Unterschiede zum jetzigen Amtsinhaber deutlich herausstellen zu können.
Nach dem klaren Votum für einen eigenen Kandidaten sehen viele Parteimitglieder der Wahl zuversichtlich entgegen. „Das Erfolgsmodell Nottuln fußt auf der Arbeit der CDU“, erklärte Georg Schulze Bisping, Vorsitzender des Ortsverbandes Nottuln. Nach Einschätzung von Ratsmitglied Josef Lütkecosmann merken immer mehr Menschen, „dass wir einen Bürgermeister der CDU brauchen“.
Christian Schulze Pellengahr kündigte an, dass der Vorstand sich am 21. Mai auf einen Kandidaten oder eine Kandidatin verständigen werde. Diese Person werde dann noch vor der Sommerpause vorgestellt. Die Mitglieder sollen dann im August über den Vorstandsvorschlag beschließen.