Der „große Unbekannte“ outet sich
„Lange gereift“, berichtete Schulze Pellengahr auf Nachfrage, sei die Entscheidung, sich um die Landrats-Kandidatur der CDU zu bewerben. Immer wieder sei er von Mitgliedern aus dem Kreis Coesfeld angesprochen worden. Zunächst sei der Landrat für ihn „kein Thema“ gewesen, zumal er sich gerade erst im Mai mit 73 Prozent als einziger Kandidat erneut zum Velener Bürgermeister hat wählen lassen. Und aus persönlichen Gründen – er musste sich um seine plötzlich erkrankten und pflegebedürftigen Eltern kümmern – habe er auch noch nicht während der ersten, vom Kreisvorsitzenden festgesetzten Frist auf das Kandidaten-Karussell aufspringen können, erklärte er.
Jetzt wirft er seinen Hut mit etwas Verspätung in den Ring – aber nicht minder entschlossen. „Landrat“, das sei „ein Traumjob“, betonte er. Einer, in dem man viel bewegen könne: „Ich möchte gucken, wo ich die gute Position, die sich der Kreis Coesfeld auf vielen Feldern erarbeitet hat, noch pushen und weiterentwickeln kann“, sagte er zu seiner Motivation. Und dafür bringe er auch Erfahrung aus seinen bisherigen beruflichen Tätigkeiten mit: 2006 bis 2008 als Verwaltungsjurist beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe, 2008 bis 2009 als Erster Beigeordneter bei der Gemeinde Velen und ab 2009 als Bürgermeister. Unter seiner Ägide wurde die Gemeinde 2012 schuldenfrei. Im gleichen Jahr durfte sie sich fortan Stadt nennen. Schulze Pellengahr hatte im Archiv eine alte Urkunde ausgegraben, mit der er dann in Düsseldorf die Berechtigung erwirkte.
Den Velener Stadtrat hat er gestern Abend über seine Kandidatur unterrichtet. Wenn es mit dem Landrat nicht klappen sollte, will er Bürgermeister bleiben. „Ich habe keinen Grund, aus Velen wegzugehen“, unterstrich er. Dass ihn die Kandidatur beschädigen könnte, glaubt er nicht: „Es ist ja nichts Ehrenrühriges, das ich für so einen Posten vorgeschlagen wurde.“Das findet auch Dr. Bruno Voß, CDU-Gemeindeverbandschef in Nottuln: „Jeder muss sich beruflich weiterentwickeln können.“ Er freue sich, Schulze Pellengahr gewonnen zu haben: „Er bringt fachlich und menschlich alle Eigenschaften mit, die ein guter Landrat braucht.“
Anni Willms, die als stellvertretende Kreisvorsitzende „Herrin des Verfahrens“ ist, hat keine Probleme damit, nun drei statt zwei Namen auf ihrer Liste stehen zu haben: „Ich finde es gut, dass wir so viele gute Bewerber haben.“ „Eine Selbstverständlichkeit“ sei für sie, dass Schulze Pellengahr nun auch zu den noch ausstehenden Kandidaten-Vorstellungsrunden geladen wird.
7 Die nächste Vorstellungsrunde findet nächste Woche Mittwoch (12. 11.) um 16 Uhr im St.-Barbara-Haus in Dülmen statt, die letzte am 20. November um 19 Uhr in der Gaststätte „Zum Coesfelder Berg“. Beide Veranstaltungen sind öffentlich. Am 21. Februar 2015 entscheiden dann die Mitglieder.
Weitere Informationen zur Person:
www.christian-schulze-pellengahr.de