CDU Gemeindeverband Nottuln

Streit um Schild an der Autobahn

Debatte im Gemeinderat

Unnütze Geldausgabe oder Marketingchance vertan? Für ein touristisches Hinweisschild auf Nottuln an der A43 gibt es im Rat derzeit keine Mehrheit.

„Historischer Ortskern Nottuln“ – ein touristisches Hinweisschild dieser Art an der Autobahn 43 wäre für Nottuln ein großer Gewinn. Davon ist die CDU-Fraktion überzeugt und hat deshalb einen entsprechenden Antrag auf die Reise gebracht.

Bei der Diskussion im Fachausschuss war der Antrag auf breite Ablehnung bei den anderen Fraktionen gestoßen, zumal die Verwaltung Kosten von rund 30000 Euro ermittelt hatte. Indes: Die Kostenschätzung war viel zu hoch gegriffen, wie mittlerweile auch die Verwaltung erkannt hat. Es lässt sich für die Hälfte machen.

Deshalb warb die CDU in dieser Woche im Gemeinderat dafür, nun Nägel mit Köpfen zu machen und das Projekt noch aus dem Etat 2014 zu finanzieren. Dort sind zwar keine Mittel dafür veranschlagt, die Verwaltung räumte aber ein, dass man die Gelder wohl irgendwie zusammenbekommen werde, wenn der Rat die Maßnahme wolle. 

Aus Sicht der CDU ist das touristische Hinweisschild an der Autobahn nicht nur eine gute Außenwerbung für Nottuln, sondern auch ein Signal an die eigene Bevölkerung. CDU-Ratsmitglied Markus Lunau erinnerte daran, dass bei der Arbeit am Ortsentwicklungskonzept von den Bürgern auch die Kritik gekommen sei, dass die Gemeinde zu wenig für ihre Außendarstellung tue. „Das Schild wäre ein erster Schritt zu zeigen, dass wir es ernst meinen“, so Lunau. Die heimische Wirtschaft, so die CDU, begrüße die Maßnahme sehr, auch der Kulturverein sei bereit, sich zu engagieren.

Ein touristisches Hinweisschild auf Nottuln wird es an der Autobahn 43 nicht geben. Einen entsprechenden CDU-Antrag hat der Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt. 	 Foto: Dieter Klein
Das überzeugte die anderen Fraktionen nicht. Grundsätzliche Zweifel am Werbeeffekt und der Wunsch nach einem gemeinsamen Vorgehen mit anderen Baumberge-Kommunen wurden geäußert. Aus der UBG war gar die Meinung zu hören, dass zunächst im Ortskern noch einiges zu tun sein, bevor man mit einem solchen Schild für ihn werben könne. Letztlich entscheidend war aber für die Kritiker: Die schwierige Finanzsituation in Nottuln lässt eine solche Ausgabe nicht zu.

Auch Behindertenbeauftragter Udo Strebel griff in die Debatte ein: Für 12000 Euro könne er an zwölf Straßenkreuzungen die Bürgesteige absenken, mahnte er, die Gelder lieber dafür einzusetzen. 

SPD, Grüne, UBG, FDP, Linke und Bürgermeister lehnten geschlossen den CDU-Antrag ab; überraschenderweise gab es dann danach aber einen Mehrheitsbeschluss, bei der Beratung des 2. Nachtragsetats 2014 das Thema noch einmal aufzugreifen. Ob das Sinn macht?

Die CDU hatte in der Debatte Dringlichkeit angemahnt, da auch Dülmen beabsichtige, ein solches Schild aufzustellen. Nach den Richtlinien sei auf diesem kurzen Autobahnabschnitt nur ein touristisches Hinweisschild möglich, weshalb Nottuln sich sputen müsse. „Entweder wir, oder die.“

Gestern wurde bekannt: Die Stadt Dülmen ist von der Werbewirksamkeit eines solches Schildes überzeugt und möchte gerne eines aufstellen. Der Antrag ging diese Woche raus und liegt nun der Bezirksregierung vor.

Sabine Pöhling, Leiterin des Dülmen Marketing e.V., berichtete auf Anfrage, die touristische Hinweistafel soll das stilisierte Wildpferde-Logo und das Dülmener Rathaus sowie die Silhouette der Viktorkirche zeigen. Außerdem den Schriftzug „Dülmen, Stadt der Wildpferde“.

„Wir haben einen grafischen Entwurf eingereicht, der zeigt, wie wir uns ein solches Schild vorstellen“, ergänzte Pöhling.

Die Kosten, die noch nicht genau ermittelt sind, werden je zur Hälfte von der Stadt und Sponsoren getragen. Denn: „Es gibt viele Menschen, die von der Idee begeistert sind“, sagte Pöhling.