CDU Gemeindeverband Nottuln

Hintergründe und Perspektiven

Grundschule Schapdetten

Die Schließung der Grundschule in Schapdetten ist nicht mehr zu verhindern. Darüber war sich der Rat einig. Eine Bürgerversammlung zu diesem Thema möchte die Mehrheit aber dennoch anbieten.

Am 1. Oktober (Mittwoch) lädt die Gemeinde zu einer Bürgerversammlung zum Thema „Schließung der Grundschule Schapdetten“ ein. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Hotel „Zur alten Post“. Das hat der Gemeinderat am Dienstag auf Antrag der CDU mit großer Mehrheit (24 Ja-Stimmen) bei sieben Gegenstimmen (SPD, UBG) und drei Enthaltungen (UBG) beschlossen.

Zuvor hatte es eine kon­troverse Diskussion gegeben. Hartmut Rulle (CDU) hatte den Antrag noch einmal begründet. Die geplante Schließung der Schule sei ein „herber Einschnitt“ für Schapdetten. Es gehe darum, den Bürgern die Hintergründe zu erläutern, mögliche Alternativen anzusprechen und Perspektiven für die zukünftige Nutzung des Gebäudes aufzuzeigen. Sie hätte sich diese Information der Bürger eher gewünscht, ergänzte Roswitha Roeing-Franke (CDU), dann hätte man noch was probieren können.

Die Bonifatius-Schule steht vor ihrer Schließung. Auf Antrag der CDU wird jetzt eine Bürgerversammlung zu diesem Thema stattfinden.	 Foto: Dieter Klein
Manfred Gausebeck (SPD) sah das anders. Die Schapdettener seien sehr wohl informiert gewesen. Anders als beim Beschluss zur Auflösung der Hauptschule sei das Problem Bonifatius-Grundschule lange bekannt. Die demografische Entwicklung sei leider nicht zu ändern und der Grund für das Ende der Schule. „Die Schließung müssen wir akzeptieren, die Zukunft des Gebäudes ist das wichtige Thema“, meinte Gausebeck. Es sei „unlauter“, den Bürgern noch falsche Hoffnungen zu machen, es gebe vielleicht eine Alternative, kritisierte Claudia Jürgens (SPD) die CDU. 

Das sah Karl Hauk-Zumbülte (UBG) ähnlich. Er vermutete gar, dass die CDU die Veranstaltung für eine „Abrechnung“ nutzen wolle, um zu zeigen, was alles falsch gelaufen sei. Ein Vorwurf, den die CDU scharf zurückwies. Es gehe darum, Transparenz herzustellen, erklärte Markus Lunau. 

Helmut Walter (FDP) wies darauf hin, dass seine Partei schon früh die Frage gestellt habe, was mit dem Schulgebäude passieren soll. Deshalb begrüße er die Bürgerversammlung, Dass die Schule nicht mehr zu retten sei, das habe sich schon lange abgezeichnet. Auch Walter sah keine Chancen für Alternativlösungen mehr.

Beigeordneter Klaus Fallberg wehrte sich gegen den Vorwurf, man habe die Öffentlichkeit nicht rechtzeitig unterrichtet. „Wir wissen seit Jahren, dass der Tag der Schließung irgendwann kommen musste, und nun ist er da.“ Ihm sei klar, dass das ein „hoch emotionales Thema“ ist und man eine Schule nicht leichten Herzens schließe. „Aber wenn wir gute Alternativkonzepte gehabt hätten, dann hätten wir die auch diskutiert.“ Die Entscheidung zur Schließung soll der Schulausschusses im Oktober beraten, so Fallberg. Rechtzeitig vorher werde die St.-Martinus-Schule informiert, um das Thema zu diskutieren. Das Votum der Schulkonferenz werde vor der Ausschusssitzung eingeholt, sodass die Politik dieses in die Beratung einbeziehen kann.