Viele Ideen für den Ortskern
In mehreren Arbeitsgruppen wirken interessierte Bürger mit, beschäftigten sich mit dem Einzelhandel, dem Bereich Kultur, Tourismus, Gastronomie, der Stadtgestaltung von Wegen und Plätzen und dem Ziel eines barrierefreien Ortskerns.
Ideen gibt es viele: die Schaffung eines Heimatmuseums und/oder eines Barockmuseums; der Umbau der Amtmannei zu einem barrierefreien Kulturzentrum mit Café-Betrieb; das Aufstellen von Spielgeräten für Kinder; die Vergrößerung des Wochenmarktes; die Ansiedlung neuer Läden; die Durchführung jährlicher Veranstaltungen wie zum Beispiel ein Mittelalterfest/Barockfest; verstärkte Marketingmaßnahmen; Förderung des Fahrradtourismus, Erarbeitung eines Konzeptes zusammen mit den privaten Eigentümern zur Attraktivitätssteigerung von Ortskernimmobilien, um nur einige Beispiele zu nennen.
Als im Ausschuss für Gemeindeentwicklung in dieser Woche die Gemeindeverwaltung einen Zwischenbericht zum laufenden Ortskern-Prozess gab, erhielt das Bürgerengagement von allen Parteien großes Lob.
Noch offen ist aber, was von diesen Ideen überhaupt und in welchem Zeitraum verwirklicht werden kann. Ohne Fördermittel aus dem Stadtentwicklungsprogramm des Landes wird es nicht gehen, waren sich alle einig.
Die Gemeindeverwaltung hat darüber mit der Bezirksregierung gesprochen. Die positive Nachricht: „Nottuln hat Chancen auf Fördermittel“, berichtete Sachgebietsleiter Karsten Fuchte von der Gemeindeverwaltung. Es gebe sogar einen Förderschwerpunkt für Kommunale Gebäude, sodass auch Maßnahmen am dem derzeit leer stehenden Hauptschulgebäude Chancen auf Förderung haben.Aus der Vielfalt der Ideen und Vorschläge will die Gemeindeverwaltung nun bis zum Frühjahr einen Entwurf für das endgültige Integrierte Handlungskonzept Ortskern Nottuln erstellen. Dabei wird auch schon geprüft, welche der vorgeschlagenen Maßnahmen überhaupt förderungswürdig sind. Bei der Beratung des Entwurfes wird die Politik über eine Reihenfolge der Maßnahmen zu entscheiden haben.
Bis zum Sommer nächsten Jahres muss das Konzept stehen. Es ist Bestandteil des Antrags auf Städtebaufördermittel. Möglicherweise, so die vorsichtige Prognose der Verwaltung, könnten bei einer Förderung erste Maßnahmen im Jahr 2016 umgesetzt werden. Ein für die beteiligten Bürger enttäuschend langer Zeitplan. „Hier wird Zeit verschenkt“, kritisierte ein Nottulner, der in den Workshops mitarbeitet.
Den Faktor Zeit griff auch Ratsmitglied Georg Schulze-Bisping (CDU) auf. „Das Handlungskonzept kommt zehn Jahre zu spät“, meinte er. Wäre der Rat seinerzeit dem Leitbild-Antrag der CDU gefolgt, wäre man schon weiter. Eine Aussage, die nur Ratsmitglied Dr. Martin Geuking (FDP) kommentierte: „Parteiideologien mögen hier bitte außen vor bleiben.“
Angesichts der Finanzsituation der Gemeinde warnte Geuking vor Plänen, die in den Himmel wachsen. Auch Bürgermeister Peter Amadeus Schneider warb dafür, sich einen „realistischen Blick für das Machbare“ zu bewahren.
Die Gemeinde wird nun weiter mit den Bürgern und dem beauftragten Fachbüro an dem Handlungskonzept arbeiten. Im Frühjahr wird es dann spannend, wenn die Verwaltung den Entwurf des fertigen Konzeptes vorstellen wird.