CDU Gemeindeverband Nottuln

CDU holt alle Wahlbezirke direkt

Gespannte Erwartung im Forum des Gymnasiums. Als das vorläufige Endergebnis um kurz nach 21 Uhr vorlag, jubelten die CDU-Anhänger.	 Foto: Ludger Warnke

Meinungen zum Ausgang der Kommunalwahl in Nottuln

Die CDU gewinnt die Kommunalwahl und der neue Gemeinderat wächst von 32 auf 38 Ratsmitglieder.

Am Ende wurde es noch einmal richtig spannend: Würde Karl Hauk-Zumbülte von der UBG den Wahlkreis Bagno noch einmal direkt gewinnen? Oder kann Markus Lunau von der CDU punkten? Das Ergebnis fiel sehr knapp aus: Nur elf Stimmen lag Lunau vor Hauk-Zumbülte. Ein knapper Erfolg, den die CDU gestern Abend aber sehr bejubelte. Denn die Christdemokraten haben ihr Prestigeziel erreicht: Sie gewannen in allen 16 Wahlbezirken das Direktmandat. Prozentual verbesserte sich die CDU um 2,8 Prozent. Sie ist der Gewinner dieser Wahl.
 

Als Gewinner fühlte sich auch die Linke, die mit 3,2 Prozent ein Ratsmandat erzielte. Verhalten war die Freude bei der SPD, die nur um 0,4 Prozent zulegte. Enttäuschung herrschte bei UBG, Grünen und FDP über das prozentuale Abschneiden.

Allerdings: Die Sitzverteilung im neuen Gemeinderat, der wegen sogenannter Ausgleichsmandate von 32 auf 38 Mitglieder wächst, relativiert die Enttäuschung. Weil die CDU mit ihren 16 Direktmandaten mehr Mandate geholt hat, als ihr nach dem Prozentergebnis zustehen, bekommen die anderen Parteien Ausgleichsmandate. So wächst die SPD-Fraktion auf acht Mitglieder (+2), die UBG-Fraktion auf sieben Mitglieder (+1), die Grünen behalten trotz der Stimmenverluste ihre vier Mandate. Die Linke ist mit einem Mandat erstmals im Rat, die FDP gibt einen Sitz ab, behält aber mit zwei Mandaten den Fraktionsstatus.

Bürgermeister Peter Amadeus Schneider gratulierte fast schon ein wenig neidisch der CDU zu ihrem Erfolg in den Wahlbezirken. „Das wird ein großer Rat werden. Aber ich denke, wir machen mit der konstruktiven Arbeit wie bisher weiter“, lud Schneider die Parteien ein.

„Wir haben unser Ziel, alle Wahlbezirke zu holen, erreicht“, freute sich CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Dr. Bruno Voß. Das Wahlergebnis zeige, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung hinter der Politik der CDU stehe. „Und dies ist ein gutes Signal für die Bürgermeisterwahl im nächsten Jahr“, betonte Voß.

 SPD-Vorsitzender Manfred Kunstlewe räumte ein, dass man sich mehr erhofft habe. „Ich denke, die Linke hat uns Probleme bereitet.“ Da aber die SPD-Fraktion künftig zwei Sitze mehr hat, hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. Kunstlewe: „Die Bürgermeistermehrheit bleibt erhalten.“ 

Enttäuscht zeigte sich UBG-Vorsitzender Alfred Hübner über die Stimmenverluste. Man habe sich mehr erhofft. Erfreut war er allerdings über die Sitzverteilung. Die UBG habe künftig sogar ein Mandat mehr, um weiter eine konstruktive Politik zu betreiben.

Den Stimmenverlust bei den Grünen führte Fraktionssprecher Moritz Hegemann auch auf die Konkurrenz der Linken zurück. Insgesamt sei er noch zufrieden. „Wir konnten unsere vier Sitze halten.“ Letztlich sei das Wahlergebnis ein Auftrag zum „Weiter so!“.

Niedergeschlagen war FDP-Fraktionsvorsitzender Helmut Walter. „Der Europawahltrend hat auf die Kommunalwahl durchgeschlagen“, bilanzierte er. „Ich hatte doch gehofft, dass die Bürger unsere Arbeit hier vor Ort differenzierter sehen.“

Zufriedenheit dagegen bei Jürgen Jendroska. Die Linke ist mit einem Sitz im neuen Gemeinderat vertreten. „Ich bin gespannt auf die Arbeit dort“, sagte Jendroska. Die Linke werde keine Verhinderungspolitik betreiben. „Gute Ideen für Nottuln werden wir unterstützen.“