CDU Gemeindeverband Nottuln

Vorsitzendenamt vakant

Harmonisches Gruppenbild zu Beginn der Versammlung. Die geehrten Mitglieder (vordere Reihe v.l.) Mathilde Wichmann, Bernhardine Konrad und Erika Plogmaker mit dem Vorstand. Vorsitzender Thomas Höcker (hintere Reihe 3.v.l.) trat im Verlauf der Versammlung

CDU-Ortsverein Appelhülsen

Der CDU-Ortsverein Appelhülsen ist ohne einen ersten Vorsitzenden. Wie angekündigt, ist Thomas Höcker, der elf Jahre lang das Amt ausübte, am Donnerstagabend in der Mitgliederversammlung zurückgetreten. Der Ortsverein wird nun kommissarisch vom zweiten Vorsitzenden Hartmut Rulle geleitet. Eine Neuwahl noch am selben Abend wurde von den Mitgliedern nicht für sinnvoll erachtet.

Thomas Höcker hatte in der Einladung einen Rücktritt aus „politischen Gründen“ angekündigt. In seinem ausführlichen Rechenschaftsbericht schilderte er den rund 20 anwesenden Mitgliedern zwei Seiten einer Medaille. Die positive: Höcker verwies auf eine erfolgreiche Arbeit der CDU Appelhülsen. Trotz des Widerstandes einzelner Ratsmitglieder sei es gelungen, den Discounter Netto nach Appelhülsen zu holen. Ein Erfolg, den Höcker auch für sich persönlich in Anspruch nahm, da die Kontakte über ihn liefen. Zugleich wies er auf ein konstruktives Verhältnis des Ortsvereins zu Bürgermeister Schneider hin. Daran sollte sich auch die Fraktion ein Beispiel nehmen, mahnte das Ratsmitglied.

Andererseits kam Thomas Höcker auf eine „dunkle und unschöne Rückseite der Medaille“ zu sprechen. In einer ausführlichen Stellungnahme mit vielen Daten schilderte er, wie er ihm gegenüber geäußerte Vorwürfe empfunden hatte. Deutlich wurde dabei: Zwischen dem Ortsvereinsvorsitzenden Thomas Höcker und dem CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Dr. Bruno Voß gibt es tiefes Zerwürfnis. Höcker verband seine Ausführungen mit einer Rücktrittsempfehlung an den Gemeindeverbandsvorsitzenden. Voß selbst nahm an der Versammlung aus beruflichen Gründen nicht teil, wie zu erfahren war.

Deutlich wurde ferner: Dieses Zerwürfnis und die Art und Weise, wie aus Sicht von Höcker die Bemühungen zu einer einvernehmlichen Kandidatenaufstellung für die vier Appelhülsener Wahlbezirke zunichte gemacht wurden, hätten in ihm dem Gedanken zum Rücktritt reifen lassen, schilderte er. Keinesfalls trete er zurück, weil er in der entscheiden Abstimmung unterlegen gewesen sei. Das sei ein demokratischer Prozess, den er natürlich akzeptiere.

Die Partei verlassen, will Höcker nicht. „Meine Heimat ist die CDU in Deutschland“, betonte er. Vor Ort ist aber das Kapitel ganz offensichtlich beendet.

Zu den Ausführungen gab es nur zwei kritische Anmerkungen, ansonsten nahmen die Mitglieder den ja schon angekündigten Rücktritt schweigend zur Kenntnis.

Hartmut Rulle als stellvertretender Vorsitzender betonte, die Enttäuschung sei verständlich. Er warb aber auch dafür, die Dinge nicht überzubewerten. Ausdrücklich lobte Rulle das Engagement von Höcker, der maßgeblichen Anteil an der Discounter-Ansiedlung habe. „Du hast eine erfolgreiche Zeit gehabt“, sagte Rulle unter dem Beifall der Anwesenden.

Der Ortsverein will nun zur Ruhe kommen und die Neubesetzung des Vorsitzendenamtes ohne Druck vorbereiten. Noch vor der Kommunalwahl soll das Amt aber wieder besetzt sein.

Der Rücktritt war sicherlich der spannendste, aber nicht der einzige Tagesordnungspunkt. Eine letzte erfreuliche Aufgabe für Thomas Höcker war die Ehrung langjähriger Mitglieder. Für 40 Jahre Mitgliedschaft in der CDU erhielten Bernhardine Konrad, Mathilde Wichmann und Erika Plogmaker Ehrenurkunde und Ehrennadel der Partei. Ebenfalls 40 Jahre in der CDU ist Hilde Lütke Kappenberg, gar 50 Jahre schon Mitglied ist Meinolf Kösters. Beide waren am Donnerstagabend verhindert und erhalten die Auszeichnung nachgereicht.

Josef Lütkecosmann (64), CDU-Kandidat für den Kreistagswahlbezirk 21 (wozu auch Appelhülsen gehört), nutzte die Versammlung, um sich den Appelhülsener Parteifreunden vorzustellen. Der ehemalige Berufskolleg-Leiter und langjährige Kommunalpolitiker ist vielen natürlich bekannt. Bei einem Wahlerfolg werde er auch als Kreistagsmitglied die Interessen der Kommune nicht aus den Augen verlieren. „Ich werde einen sehr kritischen Blick auf die Kreisumlage werfen“, versprach er den Mitgliedern.