CDU Gemeindeverband Nottuln

„Es spricht vieles für eine große Koalition“

Der Tag nach der Wahl

Karl Schiewerling, der Nottulner im Bundestag, ist schon wieder auf dem Weg nach Berlin. Am Dienstag (24. September) kommt dort zum ersten Mal die neue CDU-/CSU-Bundestagsfraktion zusammen.

Am Tag danach ist Karl Schiewerling immer noch ein wenig überrascht. 56,1 Prozent der Wähler haben dem 62-jährigen Nottulner ihr Vertrauen geschenkt und ihn zum dritten Mal direkt in den Bundestag gewählt. Ein fulminanter Erfolg. „Dieses Ergebnis hat mich persönlich sehr berührt. Das ist ein unglaublich hoher Vertrauensbeweis“, sagt Schiewerling, um dann mit Nachdruck hinzufügen: „Das Ergebnis ist auch eine Verpflichtung, der ich mich stellen werde.“

Für den alten und neuen Bundestagsabgeordneten, der kommissarisch immer noch arbeits- und sozialpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist, sind die Stunden der Entspannung am Montag rar. Viele Telefonate erreichen ihn. Die einen rufen an, um zu gratulieren, die anderen melden sich, um die Lage mit ihm zu sondieren, wie zum Beispiel Karl-Josef Laumann, der Bundesvorsitzende der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft.

Entspannung bei einer Tasse Kaffee. Am Tag nach der Wahl bleibt dafür aber nicht viel Zeit. Bereits am Montagnachmittag packte Karl Schiewerling seine Koffer und fuhr nach Berlin. Am Dienstag tagt die Fraktion.	 Foto: Ludger Warnke
Bereits am Montagnachmittag machte sich der Nottulner auf den Weg nach Berlin. Am Dienstag tagt die neue CDU-/CSU-Bundestagsfraktion, tagen auch die Landesgruppen. Rund 100 neue Fraktionskollegen sind hinzugekommen. „Das muss sich erst mal sortieren“, sagt Schiewerling. „Die kommenden Wochen werden furchtbar sein, weil nichts so richtig klar ist. Es werden aber auch sehr spannende Wochen sein, weil ganz viel verhandelt werden muss.“

Als arbeits- und sozialpolitischer Sprecher seiner Fraktion geht Schiewerling davon aus, dass er an den Koalitionsverhandlungen teilnehmen wird, wenn es um seinen Fachbereich geht. Und wer ist der Regierungswunschpartner? „Wenn ich in die Wahlprogramme schaue, dann sehe ich die größte Schnittmenge mit der SPD. Es spricht vieles für eine große Koalition, weil man damit auch die Blockade im Bundesrat auflösen kann“, sagt der Nottulner, der auch dem Vermittlungsausschuss angehörte. Doch dann fügt er diplomatisch hinzu: Als Realpolitiker könne man aber auch andere Lösungen nie ausschließen. Schiewerling: „Irgendwann wird man sich bewegen müssen. Das sind wir den Bürgern schuldig.“

Mehr noch als die Regierungsbildung beschäftigt den Nottulner, wie die sechs CDU-Abgeordneten aus dem Münsterland die Interessen ihrer Region vertreten können. „Es ist notwendig, dass wir uns für die Region gemeinsam aufstellen. Wenn wir etwas bewegen wollen, dann geht das nur gemeinsam.“ Da spricht dann der direkt gewählte Abgeordnete, der an die Menschen in seinem Wahlkreis denkt und bei ihnen ist.