Inklusion in Nottuln
Zunächst, so Beckhaus weiter, müssten die Voraussetzungen an den Schulen überprüft werden. Abgesehen von räumlichen Voraussetzungen (Klassenräume, sanitäre Anlagen)sollten die pädagogischen Eckdaten als Standard festgelegt werden und den Schulen und Pädagogen die realistische Möglichkeit gegeben werden, diese dann zu erfüllen.
Lehrkräfte an Regelschulen haben bislang wenig Erfahrung im Umgang mit Kindern mit Behinderungen. Kann zum Beispiel eine Gymnasiallehrkraft auf die sehr unterschiedlichen Defizite der Kinder (körperliche Einschränkungen, Einschränkungen in der auditiven, taktilen und/ oder visuellen Wahrnehmungsverarbeitung usw.) ohne entsprechende Fortbildung angemessen reagieren? Zu einem zukunftsfähigen Konzept gehört, die vorhandenen pädagogischen Fähigkeiten der Lehrkräfte durch Fortbildungen so aufzubauen, dass sie sich durch die Herausforderungen, die die Inklusion mit sich bringt, nicht überfordert und allein gelassen fühlen.
Der Unterrichtssaufbau, die Lehrmaterialien und auch die Leistungsbewertung müssen neu durchdacht werden. Sind 45-Minuten-Einheiten dann noch sinnvoll? Welche Personen (Therapeuten, Schulbegleiter etc.) müssen zur Unterstützung in das Unterrichtsgeschehen eingebunden werden? Wer trägt die Kosten?