Basis fordert mehr Transparenz
Das Thema „Trauerhalle“ erregt die Gemüter der CDU-Basis in Appelhülsen. „Die Trauerhalle ist ein öffentliches Thema. Das kann nicht geheim verhandelt werden“, kritisierte ein Mitglied in der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend. Am Ende einer intensiven Diskussion forderte der CDU-Ortsverband einstimmig die Ratsfraktion auf, einen Antrag auf Offenlegung aller Aktivitäten und Informationen zum Trauerhallenprojekt zu stellen. „Die Bürger müssen beteiligt werden“, so die Meinung im Ortsverband. Kreistagsmitglied Dr. Bruno Voss: „Je transparenter ich das mache, umso größer ist auch die Glaubwürdigkeit.“
Um Transparenz bemühte sich auch Fraktionsvorsitzender Hartmut Rulle. Ausführlich schilderte er, warum es zu der Kontroverse in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses gekommen war (wir berichteten). „In unserer Wahrnehmung hat nichts stattgefunden, um das Trauerhallenprojekt nach vorn zu bringen“, begründete er die Kritik am Bürgermeister. „Die deutlichen Worte waren notwendig, denn in nicht öffentlicher Sitzung wurde uns erstmals von den Aktivitäten berichtet.“ Was berichtet wurde, verriet Rulle den Parteifreunden aber nicht. „Es handelt sich um Informationen aus einer nicht öffentlichen Sitzung.“ Gleichwohl unterstützt der Fraktionsvorsitzende die Forderung seiner Partei, die Ergebnisse aus den „Hinterzimmergesprächen“ an die Öffentlichkeit zu bringen.
Rulle sprach von einer Bringschuld des Bürgermeisters, frühzeitig die Politik zu informieren. Dem sei der Bürgermeister aber nicht nachgekommen.
Einig waren sich alle, dass angesichts der Finanzlage der Gemeinde Verzögerungen bei diesem Projekt dessen Realisierung schwieriger machen. Die Gemeinde werde bald gar keine Schlüsselzuweisungen mehr vom Land erhalten, informierte Rulle und betonte: „Wenn das Projekt eine Chance hat, dann jetzt.“
Dass eine neue Trauerhalle zu höheren Gebühren führen werde, sei in der Bevölkerung bekannt, erklärte CDU-Ortsvorsitzender Thomas Höcker. Eine Gebühr von wenigstens 500 Euro sei wahrscheinlich. Und die Appelhülsener seien bereit, mehr zu zahlen, ist Höcker überzeugt. Denn die jetzige Situation sei unwürdig. Hartmut Rulle versprach, die Fraktion werde offensiv an dem Thema dranbleiben.So geschlossen die anwesenden CDU-Mitglieder in der Trauerhallendiskussion sind, so geschlossen waren sie auch bei den Personalentscheidungen, die an diesem Abend zu treffen waren. Unter der Leitung des CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Dieter Welbers wählten sie Thomas Höcker einstimmig erneut zum 1. Vorsitzenden der Appelhülsener CDU. Ebenfalls einstimmig wiedergewählt wurden Hartmut Rulle als stellvertretender Vorsitzender und Friedhelm Timpert als Schriftführer. Keinerlei Gegenstimmen gab es auch bei den Beisitzerwahlen. Gewählt wurden: Elisabeth Bahrenberg, Günter Bendig, Josef Große Wiesmann, Annemarie Görtz, Josef Schulze Frenking und Heinz Mentrup.
Zu Beginn der Versammlung, die mit einem Gedenken an den verstorbenen früheren Ratspolitiker Aloys Deilmann begonnen hatte, zog Höcker ein positives Fazit der politischen Arbeit. Dabei verwies er unter anderem auf die für Appelhülsen positive Bahnhofsmodernisierung sowie auf den Ausbau der P+R- und B+R-Anlagen am Bahnhof.
Eine positive Bilanz der bisherigen Regierungsarbeit zog auch Bundestagsabgeordneter Karl Schiewerling, der trotz der winterlichen Straßenverhältnisse es sich nicht hatte nehmen lassen, von einer anderen Veranstaltung nach Appelhülsen zu kommen. Schiewerling nutzte die Gelegenheit, die Parteifreunde auch auf den Bundestagswahlkampf einzustimmen. „Jede Stimme zählt“, erteilte er einer Zweitstimmenkampagne zugunsten der FDP die Rote Karte.