CDU Gemeindeverband Nottuln

Bischöfliche Sekundarschule geplant

Schulkonsens in Nordrhein-Westfalen

 Nottuln - 20 Jahre nach der Gründung des Gymnasiums steht die Schullandschaft in der Gemeinde Nottuln wieder vor einer Veränderung von lokalhistorischem Ausmaß: Das Bistum Münster und die Gemeindeverwaltung haben am Freitagnachmittag ihre Überlegungen vorgestellt, die bischöfliche Liebfrauen-Realschule zum 1. August 2012 sukzessiv in eine maximal vierzügige bischöfliche Sekundarschule umzuwandeln. Parallel dazu soll die kommunale, einzügige Geschwister-Scholl-Hauptschule auslaufen. An ihr sollen keine neuen Schüler mehr aufgenommen werden.
Sie haben das Modell für Nottulns Schulzukunft erarbeitet: Beigeordneter Klaus Fallberg (l.) von der Gemeindeverwaltung und Dr. William Middendorf, Leiter der bischöflichen Schulabteilung. (Foto: Ludger Warnke)
Mit einer Sekundarschule und dem Gymnasium kann die Gemeinde auch künftig alle Bildungsabschlüsse vor Ort anbieten. Für den Beigeordneten Klaus Fallberg, der zusammen mit Dr. William Middendorf, Leiter der bischöflichen Schulabteilung, den Vorschlag erarbeitete, ist das ein optimales Modell: „Besser geht es nicht mehr.“

Politik und Lehrerkollegien wurden in den vergangenen zwei Tagen über die neuen Pläne informiert.

Zurückgehende Schülerzahlen, der grundsätzlich schwere Stand der Hauptschule, aber auch die Gemeinschaftsschule Billerbeck haben den Handlungsdruck in Nottuln erhöht. Unabhängig von der Politik hat die Verwaltung daher Gespräche mit dem Bistum über eine Veränderung der Schullandschaft geführt. Ausdrücklich lobte Fallberg die Offenheit des Bistums, Gesamtverantwortung für alle Schüler in der Gemeinde zu übernehmen.

„Das ist ein gemeinsames Anliegen“, betonte auch Dr. William Middendorf als Vertreter des Bistums. Man wolle aber nicht einfach 1:1 umsetzen, was andere Kommunen machen. Deshalb schlage man vor, das „Modell Friedensschule Münster“ in kleinerer Form, nur auf die Sekundarstufe 1 bezogen, in Nottuln umzusetzen. Dieses Konstrukt geht mit dem erst vor wenigen Tagen bekannt gewordenen NRW-Schulkonsens konform. „Die dort genannte Sekundarschule passt genau in unser Modell. Der Konsens spielt uns in die Hände“, betonte Middendorf.

Wenn der Gemeinderat, der noch entscheiden muss, dem Vorschlag folgt, wird die Realschule zum 1. August 2012, beginnend mit der Jahrgangsstufe 5, Schritt für Schritt in eine Sekundarschule umgewandelt. Alle Schüler, die vor dem 1. August 2012 bereits an der Schule sind, durchlaufen noch die normale Realschullaufbahn.

In der neuen Sekundarschule soll gemeinsames und differenziertes Lernen gefördert werden. Das gemeinsame Lernen erfolge in den Jahrgangsstufen 5 und 6, hier finde eine äußere Leistungsdifferenzierung nicht statt, erläuterte Middendorf. Unterschiedlichen Lern- undLeistungsvoraussetzungen werde man durch den Einsatz von Methoden der Binnendifferenzierung im Unterricht Rechnung tragen. „Ab der Jahrgangsstufe 7 erfolgt eine Differenzierung auch durch eine äußere Fachleistungsdifferenzierung“, so die Konzeption. 

Middendorf: „Die Liebfrauenschule Nottuln ermöglicht so in einem differenzierten Unterrichtssystem Bildungsgänge, die zu allen Abschlüssen der Sekundarstufe 1 führen.“ Wichtig ist der Gemeindeverwaltung wie auch dem Bistum, dass die Sekundarschule eng mit dem Gymnasium kooperiert, um so einen einfachen Übergang zur Sekundarstufe II und zum Abitur zu ermöglichen.

Ebenfalls wichtig sind Möglichkeiten des Gemeinsamen Unterrichts. Wie Dr. Middendorf betonte, trete die Liebfrauenschule „für einen gemeinsamen (zielgleichen) Unterricht für Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf in ausgewählten Förderschwerpunkten und einer für alle betreffenden Schüler pädagogisch angemessenen Weise“ ein.

Bistumsleitung und Gemeindespitze mit Bürgermeister und Beigeordnetem sind sich einig, ein zukunftsfähiges Konzept entwickelt zu haben. Entscheiden muss nun die Politik.