CDU Gemeindeverband Nottuln

Schnelle Ergebnisse nicht in Sicht

CDU unzufrieden mit der Verwaltung

Nottuln/Schapdetten - Nach der Statistik lebten Ende 2010 insgesamt 1356 Personen in Schapdetten. Dass im kleinsten der vier Nottulner Ortsteile die Einwohnerzahl demnächst spürbar steigen wird, ist nicht zu erkennen. Der Sachstandsbericht von Bürgermeister Peter Amadeus Schneider zur weiteren Entwicklung von Schapdetten, unlängst ein Thema im Ausschuss für Gemeindeentwicklung, fiel ernüchternd aus: „Ein neues Baugebiet ist sicherlich sinnvoll, doch der Weg dorthin ist holprig.“

Seit Jahren kursiert das Thema in den Gemeindegremien. 2006 hatte der Rat auf Initiative der CDU die Verwaltung beauftragt, ein Konzept für ein neues Baugebiet zu erstellen. 2009 gab es einen optimistischen Zwischenbericht, heute - zwei Jahre später - dominierte Zurückhaltung den von der CDU beantragten Sachstandsbericht. 


 

 

Beispiel: Der Bürgermeister berichtete, dass die Gemeinde mit beiden örtlichen Geldinstituten das Baugebiets-Thema besprochen habe. Beide Geldinstitute stünden für ein Kooperationsmodell nicht zur Verfügung und hätten sich insgesamt bei dem Thema sehr zurückgehalten. Die Vermarktungschancen würden kritisch gesehen. Zwar hat der Gutachterausschuss beim Kreis Coesfeld für Schapdetten einen durchschnittlichen Bodenrichtwert von 139 Euro je Quadratmeter ermittelt, doch wird der am Markt maximal zu erzielende Betrag auf nur 109 Euro geschätzt. Sicherer sei es, 99 Euro für den Baulandverkauf anzusetzen. 

Sollte die Gemeinde in Eigenregie ein Baugebiet entwickeln, müsse man auf die Dauer der Zwischenfinanzierung achten, gab Schneider zu bedenken. Der Bürgermeister plädierte daher dafür, die bereits begonnenen Gespräche mit Grundstückseigentümern behutsam fortzusetzen.

Heinz Rütering, CDU-Ratsherr aus Schapdetten, war unzufrieden: „Es sind überwiegend Dinge dargestellt worden, die gegen eine Entwicklung sprechen.“ Auch Rütering sah eine holprige Straße (schwierige Grundstücksgespräche), warf der Verwaltung aber vor, mit angezogener Handbremse zu fahren. „Ich kämpfe dafür, dass wir in Schapdetten ein kleines Baugebiet bekommen“, betonte er. Das sei auch notwendig für die Sicherung der Schule. Schon erzähle man sich im Ort, aus der Schule werde ein Altenheim.

Das Argument „Baugebiet sichert Schule“ hatte der Bürgermeister ganz offensichtlich erwartet. Er legte umfangreiches statistisches Material vor, das diese These entkräftete. Um 20 zusätzliche Grundschulkinder zu gewinnen, sei eine Bruttobaulandfläche von mehr als 3,3 Hektar notwendig. Schneider: „Auch ich halte ein Baugebiet in Schapdetten für sinnvoll, doch mit dem Erhalt der Schule hat das gar nichts zu tun.“ 

Während FDP und SPD ihr Bedauern über die schwierige Situation äußerten, warf Rolf Schulz (UBG) der CDU eine „öffentliche Show“ vor. Für die hohen landesplanerischen Hürden könne die Verwaltung nicht verantwortlich gemacht werden. „Wir brauchen das Zusammenspiel der Politik mit der Verwaltung“, forderte Schulz mit Blick auf die Grundstücksgespräche.

Dagegen blieb Heinz Rütering bei seiner Kritik: „Der letzte Bebauungsplan in Schapdetten ist von 1994. Jetzt haben wir 2011.“

Leo Broloer (SPD) griff schließlich noch einmal das Schulthema auf: Die Schule in Schapdetten werde man wohl in den nächsten Jahren nicht halten können: „Wir müssen irgendwann mal der Wahrheit ins Auge blicken.“