Nottuln - Dass es diesmal einen ganz Großen „getroffen“ hat, das hat nicht nur etwas mit dem Gardemaß zu tun, das Josef Lütkecosmann aus jeder Menge heraushebt. Es hat vor allem auch mit dem außerordentlichen ehrenamtlichen Engagement des bekannten Nottulners zu tun - einem Engagement, für das er gestern das Bundesverdienstkreuz erhielt. Bei der Feierstunde in der Alten Amtmannei bedachten die Gäste den 61-Jährigen mit stehenden Ovationen, nachdem Landrat Konrad Püning ihm das Bundesverdienstkreuz ans Revers geheftet hatte.
Zuvor hatte der Landrat an einige der zahllosen ehrenamtlichen Aufgaben erinnert, die Josef Lütkecosmann übernommen hat. 1989 wurde der Nottulner in den Rat der Gemeinde Nottuln gewählt, wo er sogleich das Amt des Fraktionsvorsitzenden der CDU übernahm, das er bis 1994 ausgeübt hat. Von 1999 bis 2007 war er dann noch mal als stellvertretender Fraktionsvorsitzender tätig. Dem Vorstand des CDU-Gemeindeverbands gehört Lütkecosmann seit 1989 an.
Ein besonderes Anliegen war dem vierfachen Familienvater auch die Entwicklung des Gymnasiums gewesen. „In unserem Wohnzimmer“, so erinnerte sich Lütkecosmann ist die „Elterninitiative Gymnasium Nottuln“ 1989 geboren. „Das war für mich damals der Einstieg in die Kommunalpolitik.“
Wichtig waren und sind aber auch die Ehrenämter, die Josef Lütkecosmann vor seinem beruflichen Hintergrund als Leiter des „Berufskollegs für Technik des Kreises Borken“ in Ahaus übernommen hat. Der Nottulner hat sich vor allem dem Feld „Übergang von der Schule in den Beruf“ gewidmet, aber war und ist auch in der Lehrerfortbildung und der Nachwuchsförderung aktiv. Dem Berufsbildungsausschuss der Handwerkskammer Münster gehört er seit 1983 als ehrenamtliches Mitglied und seit 2002 als Sprecher der Lehrervertreter an. Im Kreis Borken sitzt er seit gut zehn Jahre als beratendes Mitglied im Ausschuss für Bildung und Schulen.
Besonders hob der Landrat Lütkecosmanns Wirken für die deutsch-polnischen Beziehungen hervor. Er habe zu Beginn der 90er-Jahre eine Schulpartnerschaft mit einer polnischen Schule aufgebaut, die das Konzept der Europaschule vorweggenommen habe.
„Da fehlen einem ein bisschen die Worte“, lächelte der Geehrte, als die Anwesenden ihm mit ihrem langanhaltenden Applaus gratuliert hatten. „Ich danke meinem Herrgott, dass er mich mit der notwendigen Robustheit ausgestattet hat, die man für die vielen Aufgaben braucht“, erklärte er. Auch seiner Familien und seinen Freunden sagte er Dank, besonders bewegende Worte allerdings fand Lütkecosmann für seine Frau Marga. Die habe ihm in allen Jahren immer wieder Mut gemacht und sei ihm immer wieder die beste Beraterin gewesen. Dass sie das neben der Kindererziehung und der eigenen beruflichen Tätigkeit als Lehrerin habe leisten können und ihm so die Möglichkeit eröffnet habe, die vielen Ehrenämter wahrzunehmen, dafür sei er ihr sehr dankbar. „Ein großer Teil der heutigen Auszeichnung ist deshalb auch für dich“, wandte er sich an seine Frau.
Sich kommunalpolitisch zu engagieren, so bekannte Lütkecosmann, sei nicht immer einfach. Man müsse öffentlich Position beziehen und könne es nie allen recht machen. So bekomme man schon mal auch unfreundliche Worte zu hören. Doch es lohne sich, sich für das Gemeinwohl und für andere einzusetzen. Am Ende sei das größte Geschenk, dass man auf diesem Weg Freunde finde, die man ein Leben lang behalte.