Nottuln - Die Entscheidung ist gefallen: Die letzten noch frei verfügbaren Mittel aus dem Konjunkturpaket II, insgesamt 209 000 Euro, werden für den Neubau einer Trauerhalle in Appelhülsen verwendet. Verwirklicht werden soll der Entwurf des Appelhülsener Architekten Gregor A. Deilmann (wir berichteten). Dieser Beschluss als Empfehlung an den Rat wurde am Mittwochabend in der Sondersitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung mit den zehn Stimmen von CDU und UBG gefasst. Dagegen waren SPD, Grüne und FDP (sechs Stimmen).
Keine Mehrheit fand der Antrag der FDP, wonach das Geld nur für energetische Maßnahmen verwendet werden sollte (abgelehnt mit 9:1 Stimmen bei sechs Enthaltungen) oder der Antrag von SPD, unterstützt von den Grünen, wonach das Geld für den Jugendspielplatz, für Maßnahmen zur barrierefreien Gestaltung des Ortskerns und für energetische Maßnahmen genutzt werden sollte (abgelehnt mit 11:5 Stimmen).
Den Abstimmungen ging eine ausgiebige und kontrovers geführte Debatte voran. Zunächst erläuterten die beiden Architekten Gregor A. Deilmann und Ralph Leeker ihre sehr unterschiedlichen Entwürfe. Während Deilmann auf einen Neubau setzt, hatte Leeker dem ursprünglichen Wunsch entsprechend zunächst nur einen besseren Wetterschutz/größeres Vordach geplant. Denn darum ging es ja ursprünglich bei diesem Projekt. Weil aber peu á peu weitere Wünsche gestellt wurden, hatte Leeker immer wieder seine Planung anpassen müssen. Im Kern blieb es aber weiterhin bei einem Umbauprojekt mit einem nun errechneten Kostenvolumen von rund 200 000 Euro.
205 000 Euro soll die Deilmann-Planung kosten, zuzüglich rund 4000 Euro für den Abbruch des alten Gebäudes. Kritische Nachfragen zu seiner Kostenkalkulation konterte Deilmann selbstbewusst mit dem Hinweis auf mehrmalige genaue Kostenermittlung. „Es gibt keine Risiken, aber auch keine Reserven“, erklärte der Appelhülsener Architekt und fügte später hinzu: Er garantiere, dass im Wege einer öffentlichen Ausschreibung sein Entwurf zu diesem Preis realisiert werden könne.
Bekannt wurde in der Sitzung, dass die Projekte Jugendspielplatz und barrierefreier Ortskern entgegen früherer Annahmen nun doch mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket gefördert werden können. Deshalb wurde vor allem von SPD und Grünen gefordert, bei den früheren Beschlüssen zu diesen Projekten zu bleiben. Die Notwendigkeit für eine Friedhofshallenneubau sehen diese Parteien nicht, vielmehr sehen sie durch das Projekt ein Kostenrisiko auf die Gemeinde zukommen.
Rein finanzpolitisch argumentierte die FDP. Die Gelder sollten nur für energetische Maßnahmen verwendet werden, um so laufende Betriebskosten zur Entlastung der Gemeindefinanzen zu senken.
Die UBG, die einst das Jugendspielplatzprojekt mitgetragen hatte, nun aber den Friedhofshallenneubau favorisiert, machte deutlich, dass sich die Entscheidungsgrundlagen für den Jugendspielplatz geändert hätten. Man sei von einem konfliktfreien Standort ausgegangen, das sei aber nicht der Fall.
UBG und auch CDU sehen in dem Neubau der Friedhofshalle eine Maßnahme, eine aus ihrer Sicht nicht mehr akzeptable Situation entscheidend zu verbessern. Für die CDU war dabei auch der Aspekt wichtig, dass die Neubaulösung viele Anforderungen und Wünsche erfüllt und für die nächsten 50 Jahre Bestand hat. Bei einem Umbau drohe in wenigen Jahren weiterer Sanierungsbedarf, beispielsweise am Dach.
Festgehalten wurde im Beschluss, das für das Projekt maximal die noch verfügbaren 209 000 Euro ausgegeben werden. Und nicht mehr.
Der Beschluss des Ausschusses muss nun noch vom Gemeinderat (2. November) bestätigt werden. Auch dort verfügen CDU und UBG zusammen über eine Mehrheit.
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