Appelhülsen - Umbau oder Neubau der Trauerhalle Appelhülsen? Viele der rund 30 Teilnehmer an der Informationsveranstaltung der CDU Appelhülsen hatten zum Ende der gut zweistündigen Diskussion für sich diese Frage entschieden: Mit einem Neubau lassen sich die Anforderungen für eine würdevolle Trauerfeier auf dem Appelhülsener Friedhof viel besser erfüllen als mit einem Umbau. Das vom Appelhülsener Architekten Gregor Antonius Deilmann entworfene Raumkonzept einer neuen Trauerhalle (wir berichteten) wurde von den Anwesenden klar favorisiert. Aber: Die Würfel-Optik des Deilmann-Gebäudes stieß auch auf Kritik.

CDU-Vorsitzender Thomas Höcker zeigte sich zufrieden mit der großen Resonanz auf die Informationsveranstaltung. Er skizzierte kurz den erreichten Sachstand: Mit den Stimmen von CDU und UBG hat der Gemeindeentwicklungsausschuss beschlossen, 209 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung für das Trauerhallen-Projekt Appelhülsen zur Verfügung zu stellen. Die CDU hat an der Notwendigkeit der Maßnahme keine Zweifel. „Der jetzige Zustand ist absolut nicht mehr zeitgemäß, um würdig von den Verstorbenen Abschied zu nehmen“, sagte Höcker.
Noch nicht festgelegt hat sich die Gemeinde, ob die Situation in Appelhülsen durch einen Umbau oder einen Neubau verbessert werden soll. Fachbereichsleiter Söhnke Wilbrand stellte in der Informationsveranstaltung eine aktualisierte Umbau-Planung vor, mit der die Gemeindeverwaltung in den Entscheidungsprozess geht. Geplant sind unter anderem ein Vordach mit 9 x 6 Metern, ein Anbau zur Schaffung von zwei kleinen Räumen für die Aufnahme Verstorbener, ein zusätzlicher Lagerraum und um das neue Vordach herum aufgestellte Stelen als zusätzlicher Witterungsschutz. Für dieses Umbau-Konzept sind rund 200 000 Euro veranschlagt.
Gregor Antonius Deilmann vertritt die Auffassung: „Eine Umbaumaßnahme ist nicht wirtschaftlich.“ Er stellte den Anwesenden sein Raumkonzept vor. Deilmann plant eine Trauerhalle, die Platz für 46 Stühle bietet, einen Vorraum für eine Verabschiedung vom Verstorbenen im kleinen Familienkreis, zwei Kühlräume und eine Kühlbox, einen Raum für den Pfarrer und zwei Toilettenanlagen, davon eine behindertengerecht. Und weil die neue Trauerhalle neben der jetzigen entsteht, gibt es nach Abriss der alten Halle eine Fläche, die viele Möglichkeiten der Gestaltung und Nutzung für die Zukunft zulässt.
„Unter dem Gesichtspunkt der Funktionalität bietet der Deilmann-Entwurf wesentlich mehr“, meinte CDU-Fraktionsvorsitzender Hartmut Rulle. Bleibt die Frage der Kosten.
Deilmann versicherte, dass sein Konzept mehrmals durchgerechnet worden sei. „Wir werden die Kosten von maximal 209 000 Euro einhalten können“, betonte er. Die Kostenschätzung wurde von Fachbereichsleiter Wilbrand nicht in Frage gestellt. Er wies aber darauf hin, dass die Gemeinde eine förmliche Ausschreibung machen müsse und an die Angebote der Firmen gebunden sei, selbst wenn das günstigste Angebot deutlich teurer als erwartet sei. Dagegen empfahl Deilmann der Gemeinde, dass Projekt nicht als Komplettmaßnahme, sondern gewerkeweise auszuschreiben.
Für den Förderverein St. Mariä Himmelfahrt schlug Dr. Bruno Voß die Möglichkeit vor, die jetzige Trauerhalle zu einer reinen Funktionseinheit umzubauen und eine neue Trauerhalle als Anbau davorzusetzen. Das wurde aber in der Versammlung nicht weiter diskutiert.
Am Ende des Abends war die Zustimmung zum Deilmann-Konzept deutlich spürbar. Beide Konzepte - Umbau wie Neubau - sollen jetzt noch einmal auf Verbesserungsmöglichkeiten geprüft werden. Auf Vorschlag der CDU wird der Ausschuss für Gemeindeentwicklung seine nächste Sitzung, die am 2. November geplant ist, in Appelhülsen durchführen. Dann soll das Thema Trauerhalle noch einmal öffentlich beraten werden. Direkt im Anschluss ist auch eine Ratssitzung geplant, in der endgültig entschieden wird.
Denn viel Zeit hat die Gemeinde nicht mehr. Damit die Gelder aus dem Konjunkturpaket nicht verfallen, muss wenigsten bis zum 31. Dezember dieses Jahres ein erster Spatenstich erfolgt sein. Das hält Fachbereichsleiter Söhnke Wilbrand bei beiden Konzepten für machbar.