CDU Gemeindeverband Nottuln

Kastner: „Es gibt auch messbare Erfolge“

Nottuln - Seit dem 1. August 2008 ist in Nordrhein-Westfalen das viel diskutierte Kinderbildungsgesetz (KiBiz) in Kraft. Dass in der praktischen Umsetzung noch nicht alles rund läuft, erfuhren die CDU-Landtagsabgeordneten Marie-Theres Kastner und Werner Jostmeier am Montagabend in der Alten Amtmannei aus erster Hand. Eine kleine, aber engagierte Gruppe von Erzieherinnen und Eltern aus den Kindergärten in der Gemeinde war der Einladung der CDU Nottuln gefolgt, um eine erste Bilanz zum KiBiz zu ziehen.
Stellten sich dem Gespräch mit Eltern und Erzieherinnen (v.l.): Siegfried Laske, Werner Jostmeier, Marie-Theres Kastner und Georg Schulze Bisping. (Foto: Ludger Warnke)

„Dieses Gesetz ist sicherlich gut gemeint“, betonte beispielsweise Kindergartenleiterin Gisela Heymanns. Es sei wichtig gewesen, dass Kindergärten als Bildungseinrichtungen endlich anerkannt werden, hob sie positiv hervor. Allerdings gebe es in der Praxis deutliche Schwächen, erklärten die Anwesenden: zu knappe Personalstärken, überlastete Erzieherinnen, ein hoher Krankenstand und für Kindergärten mit älterem Personal zu niedrige Personalkostenpauschalen waren nur einige der Kritikpunkte.

Marie-Theres Kastner, familienpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, kannte viele Sorgen aus anderen Diskussionen. Sie warb um Verständnis. Das KiBiz habe für eine völlige Umstrukturierung des bisherigen Systems gesorgt. „Alle müssen sich erst einmal an das Gesetz gewöhnen.“ Es gebe auch messbare Erfolge, meinte Kastner und verwies unter anderem auf die wachsende Zahl von U3-Betreuungsplätzen. In Nottuln, so wusste CDU-Ortsverbandsvorsitzender Georg Schulze Bis­ping, sei die Betreuungsquote für unter Dreijährige von 4 auf 24 Prozent gestiegen.

Dass mehr Personal für die Gruppen wünschenswert sei, konnte die Landtagsabgeordnete gut nachvollziehen. Die Personalsituation sei sicherlich einer der Knackpunkte bei der für 2011 vorgesehenen Überarbeitung des Gesetzes. Grundsätzlich plädierte Kastner für große Trägerverbünde, die flexibler auf Personalausfälle reagieren könnten. Ob dies wirklich hilft, bezweifelten die anwesenden Erzieherinnen. Allein im Kreis Coesfeld gebe es drei Jugendämter, die aus Sicht der Erzieherinnen untereinander zu unflexibel sind, wenn es darum geht, dass Personal aus dem eigenen Zuständigkeitsbereich in anderen Zuständigkeitsbereichen eingesetzt werden soll.

Ein Problem, das Marie-Theres Kastner in dieser Form neu war. „Wir werden darüber mit den Jugendämtern reden müssen“, versprach sie den Erzieherinnen.