CDU Gemeindeverband Nottuln

Schiewerling verlässt „ein Stück Heimat“

 Münster - Viele Hände hatte er zu schütteln. Doch für jede einzelne nahm sich Karl Schiewerling diesmal ein bisschen mehr Zeit. Sein Abschied vom Kolpingwerk Diözesanverband war schließlich keiner unter Vorbehalt. Denn das politische Berlin ruft ihn erneut für vier Jahre als Bundestagsmitglied.
Hermann-Josef Dyckhoff, Mechthild und Karl Schiewerling (v.l.) nehmen Abschied.Foto: Ruben Schulte

„Ein bisschen traurig bin ich schon und werde die Gemeinschaft und die Gespräche innerhalb der Kolpingfamilie vermissen - das ist schon ein Stück Heimat“, sagte der 58-Jährige. Der Festakt zu seinem 25-jährigen Dienstjubiläum am Samstag fiel aufgrund seines verlängerten Mandats gleichzeitig auf den Abschied von seinem Posten als Diözesansekretär. Als solcher war Schiewerling das Aushängeschild des Sozialverbandes und Sprachrohr für 42 000 Kolping-Mitglieder im Bistum Münster von Wangerooge bis zum Niederrhein: Er trug die politischen Ideen und Ansichten seines Arbeitgebers in die Gesellschaft, gab insofern der Organisation sein Gesicht und seine Stimme. Vier Jahre lang ruhte der Job, behielt sich Schiewerling die Rückkehr aus der Politik vor. Den Diözesanverband nun aber weitere vier Jahre im Ungewissen zu lassen, „das hätte ich ihm bei seiner dünnen Personaldecke nicht zumuten können“, sagte der CDU-Politiker.

Was er nach den weiteren vier Jahren als Bundestagsmitglied mache, wenn die Mehrheit wechsle, „das weiß ich jetzt noch nicht“. Die Nöte der Zeit hätten ihn aber immer gelehrt, was zu tun sei, dankte ihm jedenfalls sein ehemaliger Chef Hermann-Josef Dyckhoff, Diözesanvorsitzender des Kolpingwerkes. Obendrein gabs eine Urlaubsreise für die gesamte Familie Schiewerling als Präsent. „Berlin wird es verkraften, wenn du einmal nicht anwesend bist“, rief ihm Dyckhoff zu. Schiewerlings Nachfolger Johannes Norpoth startet im Dezember ins Amt.