CDU Gemeindeverband Nottuln

„Ohne Erinnerung keine Versöhnung“

Nottuln - „Was lange währt, wird endlich gut. Unsere Kapelle hat sich verändert, denn auch die Zeiten und die Art des Gedenkens, der Erinnerung haben sich verändert.“ Mit diesen Worten begrüßte der ehemalige Pfarrdechant Bernhard Tietmeyer die Bürger, die zur Einweihung der neu gestalteten Gedächtniskapelle an der St.-Martinus-Kirche gekommen waren. Gleichzeitig fasste er damit die Beweggründe der Initiatoren zusammen, die sich für diese nicht unerheblichen Veränderungen eingesetzt haben.
Sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis der Neugestaltung der Gedächtniskapelle an der St.-Martinus-Kirche waren die Beteiligten.Foto: (Jana Schäfer)

Die Friedensinitiative hatte den Anstoß dazu gegeben, die Kriegergedächtniskapelle in eine Gedächtniskapelle umzuwandeln, um aller Opfer der Kriege gedenken zu können: der Soldaten, der zivilen Opfer und derjenigen, die mit einem klaren „Nein“ zum Krieg ihr Leben aufs Spiel setzten.

 

„Was ist daraus geworden?“ fragte Bernhard Tietmeyer rhetorisch und deutete auf die Inschriften Versöhnung - Friede - Erinnerung in der nun gläsernen Eingangstür der Kapelle. „Friede ist ohne Versöhnung nicht möglich, Versöhnung nicht ohne Erinnerung. Wir gedenken hier all der Verbrechen und des Leids, das Menschen in einem Krieg erfahren haben, um zukünftig diese Verbrechen zu verhindern.“

Bürgermeister Peter Amadeus Schneider wies auf eine weitere Besonderheit der neuen Kapelle hin, denn „nicht nur die Vergangenheit soll hier in Erinnerung bleiben, auch die gegenwärtigen Kriege und ihre Opfer sind nun Teil unserer Gedanken, wenn wir diese Gedächtniskapelle aufsuchen.“ Durch die Neugestaltung sei die Kapelle einladender geworden und biete den Bürgern mehr Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden.

Ein Teil der Innenwand ist mit einer mit Eisen durchsetzten Farbe gestrichen, die somit magnetisch ist und wo eigene Ideen angeheftet werden können. Des weiteren gibt es in der Kapelle die an die Wand projizierten Inschriften „Wir gedenken der (V)vermissten und getöteten Soldaten aus Nottuln“ und „Wir gedenken aller, die durch ihr Nein zum Krieg gelitten haben und leiden.“ Diese Projektionen dienen dazu, die Inschriften der Kapelle wandelbar zu halten, um dem sich verändernden Bewusstsein der Menschen ob ihrer Vergangenheit gerecht zu werden.

„Heroisch und pathetisch, das war einmal“, erinnerte Peter Amadeus Schneider an die vorherigen fest installierten Inschriften. „Wir sind nun zu einer ruhigeren, besonneneren Sprache des Friedens gekommen, die unserer Zeit angemessen ist.“

Im Zuge der Neugestaltung bekam auch das Bronzerelief „Mahnmal gegen Gewalt“ von Rudolf Breilmann einen neuen Platz und hängt nun gut sichtbar neben der Kapelle.