Klares Ja trotz Bauchschmerzen
Die Arminia kann durchatmen. Sozialausschuss und Gemeindeentwicklungsausschuss haben am Mittwoch den Weg frei gemacht für den Um- und Neubau des Vereinsheim. Das Projekt war ins Kippeln geraten, weil die Arminen mehr Geld brauchen, als zunächst geplant. Mit jeweils einer Gegenstimme und zwei bzw. drei Enthaltungen stimmten die beiden Ausschüsse einem Vorschlag zu, der nach fast zweistündigem zähen Ringen zustande kam.
Danach sollen dem Verein 400 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Dieser Betrag soll allerdings auch die Obergrenze darstellen. Die Verwaltung erstellt die Kostenberechnung und übernimmt die Bauüberwachung, energetische Maßnahmen werden berücksichtigt, und es wird ein alternatives Konzept (Abriss und Neubau) geprüft und im Rat vorgestellt.
Arminia-Vorsitzender Manfred Feldmann und 3. Vorsitzender Helmut Thieme hatten bei einem Ortstermin vor der Sitzung die Mängel an dem Gebäude aufgezeigt und die Baupläne vorgestellt. Wegen der damals vorgesehenen Verlagerung des Sportzentrums seien am Vereinsheim seit 1994 keine wesentlichen Maßnahmen mehr durchgeführt worden, erläuterte Thieme. Die Mängelliste sei entsprechend lang.
Neben der dringend notwendigen Sanierung soll nach den Wünschen der Sportler der heutige Gruppenraum und der überdachte Innenraum zum Gymnastikraum umgewandelt werden. Zwischen den Plätzen soll ein neues Gebäude mit Gruppenraum, Sanitäranlagen und Küche entstehen. „Nichts Mondänes, sondern etwas Funktionelles, Robustes“, so Feldmann.
Diese Planung war schon im März vorgestellt worden, damals war man von 325 000 Euro Kosten ausgegangen. Weil zwischenzeitlich aber der Hauptsponsor abgesprungen ist, fehlen nun 64 000 Euro. Das sei „ein großer Batzen Geld“, fand Kämmerer Klaus Fallberg, betonte aber zugleich, dass die Arminia die Minimallösung gesucht habe und die Gemeinde in der Lage sei, das Geld bereitzustellen, indem sie es aus den liquiden Mitteln nimmt. Er befürworte diese Ausgabe, um dem Verein vernünftige Voraussetzungen für seine Arbeit zu schaffen. Die Dachsanierung könnte man aus dem Konjunkturpaket II finanzieren.
Auch wenn sich die Politiker einig waren, dass etwas für die Arminia getan werden muss, (und die von der Verwaltung errechneten 389 000 Euro am Ende sogar auf 400 000 Euro aufrundeten) hatten doch viele Bauchschmerzen. „Mit dem Dach sind wir sicher schon bei 470 000 Euro“, sah Georg Schulze Bisping (CDU) die Kosten explodieren. Mehr Eigenleistung - diese liege bei lediglich 4,3 Prozent - wünschten sich Christian Schulze Pellengahr (CDU) und Dr. Martin Geuking (FDP).
Christof Peter-Dosch (Grüne) fehlten bei der Berechnung der Verwaltung die Folge- und Betriebskosten, energetisch werde kaum etwas getan, und er vermisse die Betrachtung einer Alternative, die versprochen worden sei. „Für fast eine halbe Million bekommt man, wenn man eine Nutzung von 40 Jahren voraussetzt, todsicher einen Neubau wirtschaftlicher hin.“ Eine Meinung, der sich auch Leo Broloer (SPD) anschloss. Dieses Modell soll noch einmal geprüft werden.
Vielleicht könne man Geld sparen, wenn man auch die neue Heizung über das Konjunkturpaket II finanziert, schlug Renate Brülle-Buchenau (SPD) vor. Auch das soll geprüft werden.
Rolf Schulz (UBG) erinnerte daran, dass die Verwaltung andere Vereine wegen einer gemeinsamen Nutzung der Gebäude ansprechen sollte. Das habe man gemacht, erklärte Manfred Feldmann, sei aber zu keinem positiven Ergebnis gekommen. Grundsätzlich sei das Sportheim jedoch immer schon für andere Vereine nutzbar gewesen, sofern es der Belegungsplan zulasse.
Nicht nur die Verwaltung, sondern vor allem auch Andreas Winkler (SPD) sowie die Ausschussvorsitzenden Josef Lütkecosmann (CDU) und Wolf Haase (SPD) unterstützten den Wunsch der Arminia. Winkler: „Der Verein hat sehr, sehr lange gewartet, ich will das jetzt entschieden wissen.“ Das letzte Wort hat der Rat in der kommenden Woche.