„Eine tolle Nachbarschaft“
Nottuln - Das Modell „Bürgerradweg“ macht Schule. Auch an der Kreisstraße 12 in der Bauerschaft Hövel haben Anlieger die Initiative ergriffen und legen mit Unterstützung von Gemeinde und Kreis einen provisorischen Radweg an, damit vor allem die Schulkinder einen sicheren Weg haben. Letztlich profitieren aber von dem neuen, 1,2 Kilometer langen Radweg zwischen Gaststätte Graes und IBP-Pferdehof alle nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer.
Am Mittwoch hatten Anlieger und Bauhofmitarbeiter mit den Arbeiten begonnen, gestern zogen die Anlieger zusammen mit Bürgermeister Peter Amadeus Schneider und Landrat Konrad Püning eine positive Bilanz dieser Zusammenarbeit. „Kommune und Kreis ziehen hier mit den Anliegern an einem Strang“, erklärte Bürgermeister Schneider und erinnerte daran, dass es erst wenige Monate her ist, dass Winfried Voss und Franz-Josef Schürmann im Namen der Anlieger vorgesprochen und auf die gefährlichen Verhältnisse auf der Kreisstraße hingewiesen hatten. Immerhin wohnen allein in diesem Bereich über 20 Kinder, die die häufig zu schnell befahrene K12 für den Weg zur Schulbushaltestelle nutzen müssen.
Es sei von Anfang an darum gegangen, wie man den Radweg möglichst schnell realisieren könne. „Das ist hier ein super Beispiel dafür, wie man so etwas machen kann“, dankte der Bürgermeister den Anliegerfamilien.
Lob und Dank sprach auch Konrad Püning aus. Der Landrat erinnerte daran, dass er bei einem Ortstermin mit der CDU auf die Probleme an der K12 hingewiesen wurde. Die schnelle Lösung sei der Bürgerradweg. Vorbedingung sei dabei, dass der Kreis die Option der späteren endgültigen Herstellung habe. Püning verwies darauf, dass der Kreis die Vermessungsarbeiten zu diesem Projekt beisteuere. Sobald der Radweg in der Prioritätenliste vorn sei und Gelder bereitstünden, werde der Kreis auch den endgültigen Ausbau betreiben. „Ich bin sehr froh, dass wir einen kleinen Beitrag leisten konnten“, freute sich der Landrat und erinnerte daran, dass nun auch ein Tempolimit von 70 km/h in diesem Bereich der K12 gelte. Püning sicherte zu, mit den Anliegern noch einmal über einzelne Standorte der zwischenzeitlich aufgestellten Tempo-70-Schilder zu sprechen.
Norbert Kummann, CDU-Ratsmitglied aus Darup, sprach den Anliegern ein dickes Kompliment aus - „Das ist hier eine tolle Nachbarschaft“ - und wies darauf hin, dass die Anlieger schließlich ihre Grundstücke für den Radweg zur Verfügung stellen.
Auch Franz-Josef Schürmann zog stellvertretend für die Anlieger ein positives Fazit und sprach allen Beteiligten einen großen Dank aus.
Bis Freitagabend wollen die Anlieger, die bei der Bauausführung von Diplom-Ingenieur Bernd Pieper von den Gemeindewerken unterstützt werden, den Schotterunterbau auf dem 1,2 Kilometer langen Radwegestück fertig gestellt haben, so dass dann die Trasse gewalzt und in einem weiteren Schritt mit Feinsplitt versehen werden kann.