CDU Gemeindeverband Nottuln

Ein fairer Auftakt

Appelhülsen - „Ich bin jetzt fünf Jahre Bürgermeister der Gemeinde Nottuln. Und: Ich will´s bleiben!“ Eine klare Ansage von Peter Amadeus Schneider gleich zu Beginn des Diskussionsabends, zu dem die Kolpingsfamilien der Gemeinde am Donnerstag nach Appelhülsen eingeladen hatten. Unter der Leitung von Markus Falke stellten sich Schneider und sein Mitbewerber um das Bürgermeisteramt, Raphael van der Poel, der Diskussion. Viele interessierte Bürger, darunter auch zahlreiche Kommunalpolitiker, hatten den Weg ins Appelhülsener Pfarrheim gefunden.

Eines der am intensivsten hinterfragten Themen war das von der CDU vorgeschlagene „Haus der Familie“ in Nottuln. Raphael van der Poel, der von der CDU nominiert wurde, obwohl er selbst keiner Partei angehört, machte deutlich, dass er hinter der Idee stehe. Diese Einrichtung berge vielfältige Möglichkeiten der Nutzung, könne Hilfen bei Problemen geben, den Bürgern eine Anlaufstelle sein - und dies nicht nur für die klassische Familie, sondern auch für neue oder alternative Lebensentwürfe. SPD-Mitglied Peter Amadeus Schneider, nominiert von SPD, UBG und Grünen, sah eher keinen Bedarf dafür. Die größte Anzahl der Bürgerkontakte bestehe darin, den Pass zu verlängern, eine Hochzeit anzumelden oder sonstige Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Für alles andere prägte Schneider den Begriff des „Familienlotsen“: „Eine mitdenkene Verwaltung müsse in der Lage sein, eine Beratung zu geben, wohin der Bürger mit seinem spezifischen Problem gehen kann.“ Und diese Stellen gebe es bereits, angefangen bei der Gleichstellungsbeauftragten und weitergehend bei den Familienzentren.

 

Zur Gemeindeentwicklung, eines seiner Hauptthemen im Wahlkampf, stellte van der Poel recht konkrete Vorstellungen vor: Da die Gemeinde Nottuln die 20 000-Einwohner-Marke erreicht hat, bestehe durchaus die Möglichkeit, ein eigenes Jugendamt sowie auch ein eigenes Bauamt einzurichten. Dadurch könne die Gemeinde Geld einsparen.

Hier widersprach Schneider. Zwar könne man zunächst Geld einsparen, aber es sei auch eine Frage der Kreissolidarität. Denn: Letztendlich würden dann die Kreisumlagen für die anderen Kommunen steigen. Angesichts der wirtschaftlichen Lage sei es wichtiger, dass die Kommunen untereinander kooperieren, um sich dadurch in verschiedenen anderen Bereichen finanzielle Vorteile zu verschaffen.

Spezifische Fragen zu Appelhülsen brannten den Anwesenden natürlich auch unter den Nägeln: „Wie sollen sich die Ortsteile, speziell Appelhülsen, weiterentwickeln?“ Für Appelhülsen- Nord II sieht Schneider keine Aussicht auf Bebauung, will aber dafür die Entwicklung der Hellersiedlung vorantreiben. Und er kam noch mit einer unkonventionellen Idee „um die Ecke“, um das Dorf „liebenswerter“ zu machen: „Man könnte auf der sonnigen Seite der Münsterstraße entlang der Häuser Rosenstöcke pflanzen.“
Konsens zeigten beide Kandidaten bei der Frage nach dem geplanten Bau eines neuen Netto-Verbrauchermarktes neben K+K: Ein zweites Ladengeschäft sei sinnvoll, denn die ortsnahe Versorgung müsse auch eine Auswahl bieten. Selbstverständlich und wichtig sei aber auch eine möglichste geringe Belästigung der Anwohner.

Kurz und knapp war die Aussage der beiden zur Nord-Umgehung Nottuln: Während Raphael van der Poel diese eindeutig befürwortet und anregt, sich über eine Neuorganisation der Straßenführung im Ortskern Gedanken zu machen, hält Schneider die jetzigen Form der Nordumgehung vor allem mit dem Brückenbauwerk für fragwürdig und sieht noch Bedarf der Überprüfung.

Neben diesen Themen kamen auch Fragen bezüglich der Jugendarbeit, der Energie und auch der Gewerbegebietsentwicklung am Beisenbusch und in Darup auf. Unter dem Strich zeigten van der Poel und Schneider, dass das Fairnessabkommen für den Wahlkampf in Nottuln (wir berichteten) bei ihnen Programm ist: Mit persönlicher Wertschätzung für die jeweiligen Standpunkte reichten sie sich am Ende locker die Hand.