Nottuln - Auch nach Stunden konstruktiver Dialoge über die Lösung technischer und finanzieller Probleme erscheint eine Breitbandverkabelung Nottulns in absehbarer Zeit kaum realisierbar. Zu diesem Fazit kamen die Teilnehmer einer Diskussionsveranstaltung, zu der der CDU-Gemeindeverband am Dienstagabend Politiker und Geschäftsleute, aber auch Privatpersonen in die von-Aschebergsche Kurie eingeladen hatte.
Stellvertretender Bürgermeister Heinz Rütering (CDU) begrüßte im Ratssaal den Beigeordneten Klaus Fallberg, von der Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld (WFC) den Geschäftsführer Dr. Jürgen Grüner und den Diplom-Geografen Ralf Wellner, die Bürgermeisterkandidaten der CDU für Nottuln, Raphael van der Poel, und für Havixbeck, Marc Henrichmann, sowie den Gemeindeverbandsvorsitzenden Siegfried Laske (Darup).
In einem geradezu leidenschaftlichen Appell sprach Rütering „von der Notwendigkeit schneller Datenleitungen“ für die Gemeinde. Er berichtete beispielhaft von Gewerbetreibenden, die wegen schnellerer DSL-Leitungen die Region gewechselt hätten. „Ohne Breitbandleitungen ist auch die Industrie Nottulns in Zukunft gefährdet“, betonte Heinz Rütering.
Beigeordneter Klaus Fallberg zog vor allem die finanzielle Seite einer Breitband-verkabelung in Betracht. „Wozu sind wir als Kommune eigentlich verpflichtet und was können wir bezahlen?“, meinte Fallberg. Es sei wichtig, den exakten Bedarf zu ermitteln. „Wir von der Verwaltung stehen dem Breitband-Projekt sehr positiv gegenüber. Vordringlich wird das Industriegebiet Beisenbusch und das neue Wohngebiet Olympiastraße in unsere Überlegungen mit eingebunden. Ob wir aber dazu Mittel aus dem Konjunkturpaket II einbinden können, ist noch offen“, erläuterte der Beigeordnete.
Dr. Jürgen Grüner von der WFC stellte die derzeit technisch nahezu unbegrenzten Möglichkeiten eines Glasfasernetzes vor, wies aber auch auf die Kosten von durchschnittlich 50 Euro pro Meter Glasfaser hin. Der WFC-Geschäftsführer sieht ein eigenes, „offenes“ Glasfasernetz für den Kreis Coesfeld als eine der profitabelsten Lösungen, da die Kommunen - im Gegensatz zu privaten Anbietern - in der Lage seien, die hohen Investitionskosten über 20 Jahre hinweg finanzieren zu können. „Eine Arbeitsgemeinschaft der WFC und der Bürgermeister der betroffenen Kommunen ist gegründet“, berichtete Grüner. Alle rechtlichen Fragen sollen durch ein bald vorliegendes Rechtsgutachten geklärt werden.
Als „sehr wichtig“ beurteilt der Geschäftsführer die Gründung einer Infrastrukturgesellschaft, der bisher aber die Kommunen Nottuln, Dülmen und Coesfeld noch nicht beigetreten seien.
Da auch die anschließenden Diskussionsbeiträge keine schnellen Lösungen versprachen, werden die weißen Flecken auf der „Glasfaser-Landkarte“ des Münsterlandes wohl noch lange ihre Blässe behalten.
Foto: Sie sind für die dringend benötigte Glasfaserverkabelung des Gemeindegebiets (v.l.): Klaus Fallberg, Ralf Wellner, Siegfried Laske, Dr. Jürgen Grüner und Heinz Rütering.
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