Nottuln - Der Vorstand der CDU hat sich entschieden: Raphael van der Poel soll Bürgermeisterkandidat der CDU werden. Das wird der Parteivorstand den Mitgliedern vorschlagen, die am 21. August in einer Versammlung endgültig über den Bürgermeisterkandidaten entscheiden.
Der 49-jährige Volljurist van der Poel (das oe im Nachnamen wird wie ein „ö“ gesprochen), der mit seiner Familie in Senden wohnt und derzeit als Geschäftsführer beim Landwirtschaftlichen Kreisverband Coesfeld arbeitet, ist am Mittwochabend in einer erweiterten Vorstandssitzung einstimmig von den Vorständen aus allen Ortsteilen der Gemeinde nominiert worden. Und dies, obwohl van der Poel kein CDU-Mitglied ist.
Christian Schulze Pellengahr, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes, sprach gestern von einem Novum. Man habe in den Gesprächen aber eine hohe Deckungsgleichheit im Wertekanon festgestellt. „Er hat uns rundum überzeugt.“
Der Parteivorsitzende berichtete, dass die Findungskommission insgesamt mit zwölf möglichen Kandidaten Gespräche geführt habe. Man wolle den Bürgern eine wirkliche Alternative vorschlagen und keinen Verlegenheitskandidaten, betonte er.
Der berufliche Werdegang von Raphael van der Poel, der übrigens von der CDU auf die Kandidatur angesprochen wurde, war für die Entscheidungsfindung sehr wichtig, berichtete Schulze Pellengahr. Van der Poel sei nicht nur Volljurist, sondern kenne sich als Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes auch bestens im Planungswesen aus. Aufgrund seiner kreisweiten Tätigkeit verfüge er über vielfältige Kontakte zu Behörden, Institutionen, Gruppen und Kommunen. „Er steht mitten im Leben, er kann auf Leute zugehen: Er ist ein Gewinn für unsere Gemeinde“, freute sich Christian Schulze Pellengahr.
„Ich bin ein politischer Mensch“, charakterisierte sich van der Poel selbst bei der gestrigen Pressekonferenz. Und: „Ich bin wertekonservativ und werde das den Bürgern auch sagen.“ Schon von Berufswegen habe er immer wieder mit der Politik zu tun. Die Bürgermeisterkandidatur sei natürlich mit der Familie besprochen worden. Klar ist: „Wenn ich 2009 zum Bürgermeister gewählt werde, werde ich auch nach Nottuln ziehen“, betonte van der Poel. Allerdings erst, wenn der jüngste Sohn, der jetzt in die gymnasiale Oberstufe wechselt, seine Schulzeit beendet hat. „Ich bin ein Familienmensch“, sagt van der Poel und freut sich über das Verständnis der CDU für diese Haltung.
Der 49-Jährige sieht für sich einen guten Zeitpunkt, um eine große Herausforderung anzunehmen. „Nottuln ist eine der schönsten Gemeinden, die wir im Kreis Coesfeld haben“, sagt van der Poel. Das Vorhandene weiterzuentwickeln mit einem Team könne er sich sehr gut vorstellen.
Den Menschen in der Gemeinde wolle er sich nicht nur als guter Gegenkandidat zum jetzigen Amtsinhaber präsentieren, sondern auch deutlich machen, dass er es besser könne. Genau hinhören, genau hinsehen, was die Menschen in Nottuln bedrückt, hat sich van der Poel für die Zukunft vorgenommen.
Christian Schulze Pellengahr, der die schnelle Bekanntgabe der Kandidatenentscheidung als klares Signal an den Amtsinhaber und an die anderen Parteien verstanden wissen wollte, machte im Pressegespräch deutlich, dass die CDU ihren Kandidaten nicht alleine lassen werde. Er soll von einem Kompetenzteam unterstützt werden. Der CDU-Vorsitzende: „Wir müssen demütig um jede Wählerstimme ringen. Aber wir haben gute Ideen und gute Personen.“