Schule Schapdetten vor dem Aus
Die dann verbleibenden und künftigen Schapdettener Kinder sollen in Nottuln unterrichtet werden. Die Ansage der Bezirksregierung ist dokumentiert in einem Brief, der Mitte des Monats bei der Gemeindeverwaltung einging. Dort wird gerade an einem Zeitplan gearbeitet, wie man dieser Aufforderung nachkommen kann.
Grund für die Schließungsaufforderung sind die geringen Schülerzahlen in Schapdetten. Wegen des Schülerrückgangs wird ja bekanntlich die Schapdettener Schule auch schon seit einigen Jahren als Teilstandort eines Schulverbunds mit der St.-Martinus-Schule Nottuln geführt.
Die Bezirksregierung weist darauf hin, dass zum neuen Schuljahr 2014/2015 in Schapdetten keine Erstklässler mehr aufgenommen wurden. Auch künftig sei nicht zu erwarten, dass die Mindestschülerzahl von 15 Schülern für eine Eingangsklasse erreicht werden wird. Schließlich: Im Schuljahr 2014/2015 werden 34 Kinder in zwei jahrgangsübergreifen Klassen in Schapdetten unterrichtet. Damit werde die für Teilstandorte geforderte Mindestgröße von 46 Schülern deutlich unterschritten. Die Bezirksregierung hält vor diesem Hintergrund „schulorganisatorisch die Auflösung des Teilstandortes St.-Bonifatius-Schule und damit einhergehend die Auflösung des Grundschulverbundes St.-Martinus-Schule zum Schuljahr 2015/2016 für geboten.“
Die Gemeindeverwaltung arbeitet derzeit an einem Zeitplan für das weitere Verfahren. Sie schlägt vor, die für den 23. September geplante Sitzung des Schulausschusses auf den 14. Oktober (Dienstag in den Herbstferien) zu verlegen, um dann das Thema zu besprechen. Erst zu diesem Zeitpunkt könnte auch eine Stellungnahme der Schulkonferenz der St.-Martinus-Schule vorliegen. Der Gemeinderat könnte dann in seiner Sitzung am 21. Oktober den Auflösungsbeschluss fassen.Beigeordneter Klaus Fallberg meinte auf WN-Anfrage, die Auflösung der Schapdettener Schule sei nicht schön, doch werde man sich dieser Aufgabe stellen müssen. Die künftigen Schülerzahlen reichen nicht aus, um die Schule als Teilstandort fortführen zu können. Fallberg: „Im Moment sehe ich keine Tendenzen, die uns ermutigen, wir könnten den Schulstandort Schapdetten in irgendeiner Form retten.“
Das Wahlverhalten der Eltern habe sich geändert. Auch erlebe man nun in Schapdetten ganz konkret die Folgen des demografischen Wandels. „Selbst wenn alle Kinder aus Schapdetten auch wirklich die Schapdettener Schule besuchen würden, reichen die Schülerzahlen nicht aus, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen“, sagte Fallberg.
Die angekündigte Schulschließung stößt vor allem bei der CDU in Schapdetten und Nottuln auf große Kritik. Schon der Beschluss des Schulleiters der St.-Martinus-Schule, alle Schapdettener Erstklässler im neuen Schuljahr in Nottuln zu unterrichten, hatte zu Bauchgrummeln geführt und einige Politiker sogar veranlasst, das Agieren des Schulleiters auf seine Rechtmäßigkeit hin prüfen zu lassen.
Äußerst kritisch sieht zum Beispiel der Nottulner CDU-Vorsitzende Georg Schulze Bisping die ganze Schulentwicklung in Schapdetten. Die beabsichtigte Schließung stehe im klaren Gegensatz zu den Bemühungen vieler Bürger, die sich ehrenamtlich für einen attraktiven Ort einsetzen. Die Politik habe immer wieder ein Baugebiet für Schapdetten gefordert. „Warum wurde der Ratsbeschluss nicht umgesetzt? Dann hätten wir vielleicht diese Probleme nicht“, so der CDU-Politiker.
Schulze Bisping plädiert für eine Bürgerversammlung in Schapdetten, damit die Eltern die Möglichkeit der direkten Information und Diskussion haben. (siehe weiteren Bericht)