„Eltern haben oft die besseren Ideen“
„Spielplätze müssen sich den Kindern anpassen“, sagt CDU-Ratsherr Georg Schulze Bisping und stellt damit heraus, welche Anforderungen ein Nottulner Spielplatzkonzept nach Ansicht der CDU erfüllen müsse. Einen entsprechenden Antrag zur Fortschreibung des gemeindlichen Spielplatzkonzeptes hat die Ratsfraktion der Christdemokraten an den Gemeinderat gestellt.
Es komme, so Schulze Bisping in einer Pressemitteilung der CDU, nicht darauf an, wie viele Spielplätze eine Gemeinde vorhalte, sondern wie attraktiv diese für die verschiedenen Altersklassen seien. So sei ein Spielplatz, der ursprünglich für bis fünfjährige Kinder attraktiv war, für ältere Kinder irgendwann langweilig. „Genau wie die Kinder wachsen und sich entwickeln, müssen sich auch die wohngebietsnahen Spielplatz-Situationen mitentwickeln.“
Für Spielplätze müsse der Grundsatz „Klasse vor Masse“ gelten. Viele Eltern seien bereit, mit ihren Kindern einen weiter entfernten Spielplatz zu besuchen, wenn dieser für die Kinder attraktiv sei, ergänzte CDU-Ratsherr Markus Lunau.
Die CDU schlage deshalb vor, die Eltern und Kinder stärker an der Entwicklung eines gemeindlichen Spielplatzkonzeptes zu beteiligen. Der Spielplatz im Fasanenfeld 2 sei seinerzeit durch starkes Engagement der Nachbarschaft gewachsen. Diese beispielhafte Entwicklung soll nach Ansicht der CDU aufgegriffen werden.
Auch ein umstritteneres Modell sei in Nottuln zu finden, berichtete Andreas Kleinmann. An der Elisabeth-Selbert-Straße sei ein Spielplatz entstanden, der nicht die ungeteilte Begeisterung von Kindern und Eltern finde.
An diesen Beispielen zeige sich, dass Eltern und Kinder oft bessere Ideen hätten als Städteplaner. Deshalb schlage die CDU vor, Kontakt mit Nachbarschaften und Elternräten in den Kindergärten zu suchen und die Anregungen und Ideen dieser „wirklichen Fachleute“ dann in das gemeindliche Konzept einzubinden.
Die bestehenden Spielplätze sollten in einem Kataster erfasst werden, in dem der Zustand beschrieben und beurteilt wird, Handlungsempfehlungen sollen daraus abgeleitet werden, beantragen die Christdemokraten.
Sollte es dazu kommen, dass auf einen Spielplatz verzichtet und diese Fläche verkauft werden könne, soll ein etwaiger Verkaufserlös in die Attraktivität der verbleibenden Spielplätze investiert werden, schlägt die CDU deshalb vor.
Von einem voreiligen Verkauf raten die CDU-Politiker jedoch ab: Früher oder später ziehen auch in das „alte Baugebiet“ wieder junge Familien mit Kindern ein und suchen einen kurzen Weg zum Spielplatz. „Auch wenn der eigene Garten oft mit Trampolin, Klettergerüst und Turnstange ausgestattet ist, ersetze dieses nicht den kommunalen Spielplatz als Treffpunkt für Kinder, Eltern und Großeltern“, meint Georg Schulze Bisping.