SPD UND GRÜNE GEHEN AUF DISTANZ ZUR SEKUNDARSCHULE:
Nottuln - Das grundsätzliche Ja zurSekundarschule bleibt. Einstimmigkeit allerdings gab es im Gemeinderat nicht mehr. Die sechsköpfige SPD-Fraktion sprach sich dagegen aus. Sie kritisierte die Fokussierung auf eine Sekundarschule. Die Sozialdemokraten hatten dazu einen entsprechenden Antrag eingebracht: Mit Blick auf den demografischen Wandel müssten Verwaltung und Politik „mittelfristig Alternativen zur bestehenden Schullandschaft in Nottuln entwickeln“.
Die SPD glaubt, dass eine Sekundarschule nur eine Teillösung beziehungsweise Übergangsregelung sein werde. In die Überlegungen zur Schulentwicklung flössen die Daten zur Zukunft des Gymnasiums „nur marginal“ ein, außerdem würde die Schulentwicklung in anderen Gemeinden nicht ausreichend berücksichtigt. Man solle sich mehr Zeit für Analyse und Beratung nehmen. Im Blick auf die unsicheren Zukunftsdaten sowohl der Schulen wie auch des Gemeindehaushaltes ist der SPD der finanzielle Einsatz „zum jetzigen Zeitpunkt grundsätzlich zu hoch“.
Eine Einschätzung, die auch die Grünen teilten. Ein heute zweizügiges Gymnasium, das in der Oberstufe nicht mehr ausreichend differenzieren könne, sei das Problem der Zukunft, mahnten sie an. Die Hauptschule sei noch vier, fünf Jahre gesichert, erklärte die SPD. Wie es in drei, vier Jahren um das Gymnasium stehe, sei ungewiss, war sie sich mit den Grünen einig.
Bürgermeister Peter Amadeus Schneider hielt dagegen, dass mit einem neuen Leiter und Ideen zum Schülertransport am Gymnasium einiges in Bewegung sei. Man solle die Schulform nicht „plattreden“.
Die Mehrheit des Rates aus CDU, FDP und UBG widersprach den Bedenken von SPD und Grünen und lehnte den Antrag bei neun Ja-Stimmen (SPD und Grüne) ab. Man habe sich bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt. Der Blick auf Nachbarorte werde auch keine sichereren Daten bringen, auch dort sei alles im Umbruch. Mit dem Bistum habe man einen guten Träger für die Sekundarschule. Diese stütze das Gymnasium, weil sie die Schüler für die Oberstufe vorbereite. Und schließlich sei die Gemeinde zurzeit noch finanzpolitisch handlungsfähig, was in Zukunft fraglich sei.
Die CDU hatte einen weiteren Antrag eingebracht, nach dem die Verwaltung am kommenden Dienstag (25. Oktober), wenn die Diskussion um die Sekundarschule fortgesetzt wird, die Finanzierung des Erweiterungsbaus an der heutigen Realschule detailliert vorstellen soll. Dabei sollen auch die finanziellen Auswirkungen durch den möglichen Freizug mehrerer Gebäude (wie Hauptschule, Haus Havixbeck etc.) und die erzielbaren Einsparungen in den Blick genommen werden. Erläutert werden soll auch, wie die ab 2014 vorhandenen Schulräume genutzt werden und ob dann Schulraum leer steht. Dem Antrag der CDU folgte der Rat bei drei Enthaltungen (1 x SPD, 2 x Grüne).
Mehrheitlich - Gegenstimmen gab es von SPD (5) und Grünen (2) bei einer Enthaltung (SPD) - wurde auch der CDU-Antrag angenommen, dass die Gemeinde mit dem Bistum einen Vertrag abschließt über die Mitfinanzierung einer vom Bistum zu errichtenden vierzügigen Sekundarschule zum 1. August 2012. Wobei Beratung und Beschlussfassung des Vertrages erst nach Verabschiedung des neuen Schulgesetzes erfolgen sollen. Einstimmig fiel der Beschluss aus, die Eltern möglichst bald zu informieren.