CDU Gemeindeverband Nottuln

„Das Wir steht im Vordergrund“

Appelhülsen/Nottuln - Harmonie und Geschlossenheit demonstrierte am Donnerstagabend der 238 Mitglieder starke CDU-Gemeindeverband Nottuln. In der Jahreshauptversammlung im Appelhülsener Restaurant „Klingels Esszimmer“ stand eine Fülle von Personalentscheidungen auf der Tagesordnung. Die 44 stimmberechtigten Mitglieder unter den rund 50 Anwesenden akzeptierten ausnahmslos alle Vorschläge des Vorstandes. Es gab weder Gegenkandidaten noch Gegenstimmen.
Der neue Vorstand des CDU-Gemeindeverbands Nottuln mit dem Vorsitzenden Dieter Welbers (vorne Mitte). An seiner Seite seine Stellvertreterin Margarete Große Wiesmann (l.) und Beisitzerin Roswitha Roeing-Franke.Foto:  (Ludger Warnke)
So geht auch der neue Gemeindeverbandsvorsitzende Dieter Welbers mit einem großen Vertrauensvotum in die Vorstandsarbeit. Der 64-Jährige trat die Nachfolge des verstorbenen Siegfried Laske an. Welbers (verheiratet, ein Kind) ist gebürtiger Nottulner. Als Diplom-Verwaltungswirt zuletzt in der Kulturabteilung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe tätig, gehört Welbers der CDU seit 1969 an. Er ist sachkundiger Bürger im Sozialausschuss und Vorstandsmitglied in der Ortsunion Nottuln. „Mein Lebensmotto lautet: Sagen, was man tut, und tun, was man sagt“, betonte Welbers und signalisierte damit eine geradlinige Amtsführung.Als neuer Vorsitzender möchte Dieter Welbers besonders junge Menschen an die Politik heranführen und das Instrument der Mitglieder- und Bürgerbeteiligung ausbauen. Es gelte, die Anliegen der Bürger ernst zu nehmen. Die CDU sei ein spannender Ort, um an politischen Diskussionen und Entscheidungen teilzuhaben, lud Welbers Mitglieder und Bürger zur Mitwirkung ein. „Wir sind diskussionsfähig, das macht uns stark. Das Wir steht im Vordergrund.“

Auch die weiteren Wahlen zum insgesamt 15-köpfigen Gemeindeverbandsvorstand verliefen problemlos. Margarete Große Wiesmann wurde in ihrem Amt als zweite Vorsitzende bestätigt. Schriftführer bleibt Detlef Mesenbrock. Neuer Schatzmeister ist Markus Lunau. Er trat die Nachfolge von Martina Heiming an, die nicht erneut kandidierte. Beisitzer im Vorstand sind: Julian Allendorf, Stephan Budde, Thomas Hülsken, Frank Meyer, Klaus Overesch, Roswitha Roeing-Franke, Hartmut Rulle, Magnus Thiemann, Martin Uphoff und Dr. Bruno Voß.

Trotz zahlreicher weiterer Wahlen zu verschiedenen Parteigliederungen kamen an diesem Abend auch Inhalte zur Sprache. Dafür sorgten zum Beispiel die drei Kandidaten für den CDU-Kreisvorsitz - Marc Henrichmann (35 Jahre, Havixbeck), Elke Müller (40 Jahre, Nordkirchen) und Dr. Christian Vogdt (44 Jahre, Senden) -, die ihre Ziele vorstellten. 

Um Inhalte in der Schulpolitik ging es Christoph Neuhaus. Der frühere aktive CDU-Ratspolitiker, der an der Errichtung des Nottulner Gymnasiumspolitisch mitgewirkt hat, forderte in der Aussprache über den von Julian Allendorf vorgestellten Rechenschaftsbericht die Fraktion nicht nur zu einem klaren Oppositionsprofil auf, sondern wünschte auch mehr Einsatz für das Nottulner Schulwesen.

„Wir wollen durch unsere Sacharbeit überzeugen“, charakterisierte Rats- und Vorstandsmitglied Georg Schulze Bisping die Arbeit der Fraktion. Was die Schulpolitik angehe, sei die Fraktion am Thema dran. Es gelte, die Bedürfnisse der Elternschaft zu analysieren. Schulze Bisping selbst sieht zum Beispiel im Ganztagsangebot einen großen Nachholbedarf. Darüber werde man diskutieren müssen.

Inhalte aus der Bundespolitik stellte Bundestagsabgeordneter Karl Schiewerling vor. Deutlich wurde: Der Nottulner unterstützt die Euro- und die Libyenpolitik der Kanzlerin. Dem Thema Atompolitik ging er nicht aus dem Weg. Das Beispiel Japan habe gezeigt, dass das Restrisiko, wenn es eintrete, nicht beherrschbar sei. „Ich bin dafür, so schnell wie möglich aus der Atomenergie auszusteigen“, betonte Schiewerling, mahnte aber einen geordneten Ausstieg an (siehe auch 2. Seite).

Ein Thema, das dem Katholiken sehr beschäftigt, ist die „Präimplantationsdiagnostik“, kurz PID genannt Bei der PID werden im Reagenzglas entstandenen Embryos Zellen entnommen, um sie z.B. auf Erbkrankheiten zu untersuchen. Frage: Soll dann aufgrund des Ergebnisses über die Zukunft des Embryos entschieden werden? - Wenige Tage vor der Abstimmung im Bundestag sprach Schiewerling von einer Gewissensentscheidung. „Für mich beginnt das menschliche Leben mit der Verschmelzung von Ei und Samen“, sagte er. Er werde deshalb für ein Verbot der PID stimmen. Dafür gab es spontanen Applaus.