CDU Gemeindeverband Nottuln

Schneider: „Wir sind ein Kollegium“

Nottuln - Der Bürgermeister als Teil eines Kollegiums, als Schnittstelle zwischen Bürgerschaft, Verwaltung und Rat - an diesem Amtsverständnis hat sich für Peter Amadeus Schneider nichts geändert. Trotz eines 70-Prozent-Votums bei der Kommunalwahl.
Mit Blumensträußen dankte Bürgermeister Schneider seinen Stellvertretern in der Ratsperiode 2004 bis 2009: Sigrid Bürger (Grüne) und Heinz Rütering (CDU). (Foto: Ludger Warnke)
 Selbstbewusstsein und Bescheidenheit: Beides war am Dienstagabend in seiner Rede nach der Vereidigung durch den Altersvorsitzenden Heinz Rütering zu erkennen. Bescheidenheit und Respekt galten dem Votum der Wähler: „Stolz ist nicht angebracht“, betonte Schneider. Es gelte, das Vertrauen der Wähler zu rechtfertigen und die Menschen in den Mittelpunkt des gemeinsamen Handelns zu stellen. Im Namen der Verwaltung bot Schneider der Politik Hilfe und Gesprächsbereitschaft an. „Wir alle werden unser Möglichstes tun, das Vertrauen der Wähler zu erfüllen und die Geschicke der Gemeinde zum Guten weiterzuführen“, versprach der Bürgermeister.

Als Themenschwerpunkte der künftigen Arbeit nannte der Bürgermeister die kommunale Bildungsfrage mit all ihren Folgen, die Bewältigung des demografischen Wandels sowie insbesondere auch die Beachtung der Nachhaltigkeit bei allen Entscheidungen. „Es muss unser Anliegen sein, das Allgemeinwohl vor Partikularinteressen zu stellen“, mahnte Schneider. 

Selbstbewusstsein war zu spüren, als Schneider auf die Aufgabenteilung von Rat und Verwaltung zu sprechen kam. Aufgabe des Rates als Souverän und Entscheidungsträger der Gemeinde sei es, die Richtlinien der Politik festzulegen. Aber der Rat müsse sich nicht detailliert in jedes Verwaltungshandeln einklinken, forderte Schneider Freiräume. Zugleich wies er darauf hin, dass die Gemeindeordnung keine Regierung und keine Opposition in den Kommunen vorsehe. „Wir sind ein Kollegium, und der Bürgermeister ist Mitglied dieses Kollegiums.“ Die sachliche Diskussion und das Ringen um Entscheidungen seien dabei gewünscht. Schneider plädierte auch dafür, künftig verstärkt die Mitwirkungsmöglichkeiten der Bürger in den Ausschüssen zu nutzen.

Der Gesetzgeber habe sich keinen Aufsichtsrat von Experten gewünscht, sondern ein Gremium mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung. „Begreifen wir das als Chance. Lassen Sie uns gemeinsam die neue Ratsperiode angehen“, erklärte der Bürgermeister unter dem Beifall des Rates.

Beifall hatte es zuvor schon für eine andere Rede gegeben. Als Altersvorsitzender nutzte Heinz Rütering sein Amt für eine prägnante Ansprache. Darin zunächst der ausdrückliche Dank an den Bürgermeister, der nicht nur Brücken gebaut habe, sondern oft genug selbst zur Brücke geworden sei und das Vertrauen der Bürger nicht enttäuscht habe.

Rütering rief zu einer vertrauensvollen Atmosphäre im Rat auf, in der sachbezogen um die beste Lösung gerungen werde. Auch zu unpopulären Entscheidungen müssten Bürgermeister und Rat stehen, meinte Rütering und zitierte den Schriftsteller Jean Paul: „Eine Erfolgsformel kann ich Ihnen nicht geben, aber ich kann Ihnen sagen, was zum Misserfolg führt: der Versuch, jedem gerecht zu werden.“ Rütering: „An diesen Ausspruch sollten wir uns alle halten.“

Der Altersvorsitzende wünschte dem Bürgermeister nicht nur alles Gute für die weitere Arbeit und persönliche Zukunft, sondern bot auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Rat an: „Gemeinsam mit Ihnen wollen wir die Gestaltung der Zukunft in die Hand nehmen. Wir laden aber auch alle Bürgerinnen und Bürger dazu ein, denn unsere Aufgaben sind spannend und sie sind lohnend.“